Review: Crysis
So, da haben wir ihn, deutschen Edel-Shooter. Top Grafik mit Top Gameplay versprechen die Entwickler, mal sehen wie viel davon übrig geblieben ist.
Zu erstmal: die Grafik ist absolut umwerfend. Ich behaupte einfach mal dass derzeit kein besser Aussehendes Spiel auf dem Markt gibt, was nicht übertrieben sein sollte. Einen solchen Detailgrad was Umgebung, Waffen, Explosionen und Charaktere angeht ist mir noch nie untergekommen. Allerdings hat diese Pracht auch ihren Preis: obwohl mein Rechner noch kein halbes Jahr alt ist und auch nicht gerade schlecht bestückt ist läuft das Spiel mit gerade zu enttäuschenden Framerate von > 40fps. Dabei hab ich bei einer Auflösung von 1280×1024 (die native meines TFTs) alle Details auf „Hoch“ und den Motion-Blur aus. Später im Spiel wenn man auf viele Aliens trifft sinkt die Framerate in den einstelligen Bereich, Ziele ist dann fast unmöglich. Positiv kommt auch der Sound mit den krachenden Explosionen rüber, nur die Schrotflinte ist etwas lasch. Die Musik tritt im Vergleich zu anderen Shootern häufiger auf und ist mir jetzt um einiges mehr aufgefallen, allerdings nur in den dramatischen Szenen, in denen sie zur Atmosphäre beiträgt. Die ist, sagen wir mal Mittelmaß. Zu Anfang kommt nicht wirklich das Flair einer Insel im Pazifischen Ozean auf, später wirkt das innere der Alienbauten und die verschneite Insel sehr befremdlich. Die Aliens selber sehen größtenteils wie Fisch- oder Quallen ähnliche Monster aus, mit einigen Leuchteffekten. Allerdings gibt es, wie insgesamt, viel zu wenig Abwechslung was die Gegnertypen angeht. Am Anfang ballert man Haufenweise Nord-Koreanische Soldaten über den Haufen, später kommen Elitesoldaten mit dicker Panzerung und Minigun dazu und noch später kämpft man nur noch gegen Aliens, von denen es genau drei Typen gibt (von Zwischen- und Endgegner mal abgesehen). Hier hätte etwas Abwechslung gut getan, immerhin unterscheiden sich die normalen Soldaten in ihren Klamotten und Gesichtern – eine Klonarmee ist nicht vorhanden.
Die Gegner verhalte sich auch sehr intelligent – nicht selten wurde man in Sekunden von den Gegner flankiert und schon hatte man Gegner vorne, hinten, links, rechts – eigentlich überall, nur keine fliegenden (war ja Singleplayer =). Durch das teils sehr dichte Gestrüpp hat man auch keine Gegner gesehen oder war mit den anderen Beschäftigt. Mir persönlich fehlten in den Kämpfen oft die Action. Ich bin kein Spieler der langwierig über große Distanzen mit Waffen, die dafür überhaupt nicht ausgelegt sind dementsprechend ungenau sind die Gegner besiegt. Ich bin mehr der, der mit der Waffe am Anschlag in die Gegner rein rennt, sie überrascht und zerlegt. Aber in Crysis ist das nicht oder nur sehr schwer möglich: zum einen, weil die Gegner überraschend gut treffen und einen selbst im dicksten Busch treffen – dafür, dass ich auf „Normal“ gespielt habe etwas übertrieben. Die Genauigkeit erinnert mich an die Nightmare-Bots aus Quake3, die aus jeder Lage Pixel genaue Rails abgefeuert haben. Außerdem hält der Held nur sehr wenig aus. Man muss vorsichtiger vorgehen, was überhaupt nicht mehr Art ist und mir deswegen nicht sehr in die Karten gespielt hat.
Als Hilfe dazu sollte der sog. Nanosuit, eine Art Hightech-Anzug mit allerlei Spezialfähigkeiten dienen. Ich zitiere mal von der Packung: „Modifizieren deine Kampftaktiken, indem du deinen Nanosuit und deine Waffen in Echtzeit jeder Situation anpasst“. Soweit die Versprechen. In meinen Augen ist der Anzug mit seinen Verstärkungen verschiedener Aspekte eher Semi-Nützlich. Die meisten Zeit bin ich mit dem Panzerungsupgrade herumgelaufen, da sich der Rest nur in bestimmten Situationen eignet. Das Stärkeupgrade wird nur an bestimmten Stellen zum einschlagen einer Tür oder zum Springen über hohe Klippen gebraucht, ansonsten ist es Nutzlos. Im Nahkampf währe es nützlich, wenn man soweit unbemerkt an den Gegner herankommt (vielleicht hab ich mich auch einfach zu blöd angestellt, ich bin kein Schleich-Experte). Das Tarnupgrade, was das erleichtern soll hört sich zwar zuerst gut an, aber in der Praxis versagt es. Die Energie dazu geht einfach viel zu schnell aus, sie reicht nur wenige Sekunden wenn man sich normal bewegt (wenn man Sprintet geht es noch schneller). Nur wenn man ruhig dasitzt hält es eine Weile. Kombiniert mit der Überlegenen Sehkraft der Gegner enden Schleichaktionen häufig in Mitten von Gegnern oder man schleicht getarnt durch das Gebüsch, in dem einen der Gegner sowieso nicht sehen sollte. Hier ist die KI fast schon zu gut. Die Aliens bewegen sich nicht ganz so intelligent, obwohl sie auch versuchen den Spieler zu flankieren und in den Rücken zu fallen. Das Klappt aber meistens nicht so gut, da sie fliegen und mit ihren Blau glühenden Streifen auf den Körpern kaum zu übersehen sind.
Im krassen Gegensatz dazu verhalten sich die KI-Kameraden. Zu Fuß sind sie halbwegs zu gebrauche, aber in Fahrzeugen sollte man großzügigen Sicherheitsabstand halten. Eines der Probleme ist, dass wenn man auf einen Kameraden zielt man nicht mehr schießen kann. Was währe da also blöder, als wenn man gerade eine koreanischen Panzer anvisiert und in dem Moment, in dem man Abdrückt ein Kumpane in die Sicht fährt? Das ist mir mehrmals direkt hintereinander passiert, mit dem Ergebnis dass ich beim letzten mal auch direkt vom Koreaner abgeschossen wurde. Ein anders mal wollte ich gerade schön einen Panzer anvisieren, als sich plötzlich mein eigener Panzer bewegt. Was war passiert? Der Kommandeur war gerade dabei, mich den Abhang runter zu schieben. Zudem verkeilten sich auch die die Panzergeschütze, ein neu laden des Levels war unumgänglich. Allgemein war ich mit den Fahrzeugen unzufrieden, da sie ungemein schwammig zu steuern und unheimlich träge sind, speziell was den Senkrechtstarter angeht. Ich meine, das ist vielleicht alles realistischer, aber wir reden hier von einem Ego-Shooter, keiner Fahrsimulation. Da passt eher arcadelastige Steuerung und Fahrphysik.
Ein weiterer Punkt der Spielmechanik, der mir unangenehm aufgefallen ist: Man kann neben max. 2 Pistolen, einem Raketenwerfer mit max. 3 Schuss und 4 Bündeln Sprengstoff nur zwei Gewehre mit nehmen, was mir einfach zu wenig ist. Vor allem, da sie meisten Waffen auf größere Distanzen kaum zu gebrauchen sind und man selten auf kurze Distanz kämpft ist man mit derart wenig Auswahl schlecht bedient. Eigentlich gibt es ja genug Waffen im Spiel, aber gerade auf Distanz effektive Waffen sind Mangelware oder ihre Munition. Zu beginn habe ich hauptsächlich mit der FY31 gespielt, der Standardwaffe der Koreaner. Weil ich dafür haufenweise Munition gefunden habe, nicht weil sie so stark verzieht. Die Maschinenpistole ist nur für größere Gegner Ansammlungen wirklich zu gebrauche, wenn da Granaten besser sind, aber diese sind wiederum Mangelware. Später konnte ich dann mehr mit der wesentlich präziseren SCAR-Waffe agieren, da man kaum noch Koreaner, aber dafür mehr tote US-Soldaten fand – mit den zugehörigen Gewehren. Die Modifikationen der Waffen beschränkten sich auf Munition (wobei die Brandgeschossen mir keine große Änderung offenbarten) und das Objektiv. Das war zwar ganz nützlich, aber da die Waffen dann noch nicht so wirklich präzise schossen wieder nicht ganz so nützlich. Das Laservisier hinterließ bei mir noch den besten Eindruck.
Kommen wir nun zur Story: ich hatte keine großen Erwartungen, da Shooter normalerweise nur mit 08/15-Stories aufwarten. Hier hebt sich Crysis kaum aus der Masse ab: Aliens die in einem Berg schlafen und geweckt werden um die Erde zu erobern? Nichts wirklich neues. Auch bei den Charakteren gibt es wenig Charakterköpfe, die meisten bleiben äußerst Blass. Die Endsequenz nach gerade mal 6 ½ Stunden ist ein echter Witz. Ich hielt es kaum für möglich, das Enttäuschende Ende von Gothic 3 zu unterbieten, aber Crytek ist es gelungen. OK es ist offen und schreit geradezu nach einer (kostenpflichtigen) Fortsetzung, aber ich kann mit diesem neuen Trend, Spiele gleich von vornherein als Trilogie oder mehr auszulegen nichts anfangen. So fühlt sich alles so unfertig an. Es ist zwar nicht schlecht wenn ein Spiel Luft für Fortsetzungen oder Erweiterungen hält, aber eine in sich geschlossene Geschichte mit einem befriedigenden Ende ist doch nicht zu viel verlangt, oder? Hier zeigt sich Blizzard als ein echt Großmeister: StarCraft hat beispielsweise einige Rätsel mit den Hybriden offen gelassen, trotzdem bot das Spiel ein Ende mit dem man Zufrieden sein konnte. Mit dem was Crytek hier aber abliefert bin ich keinesfalls zufrieden.
Ein weiterer Punkt: Crytek hat ja vor dem Release groß mit 2 Jahre Patchsupport geprahlt, mit dem aber kaum ein halbes Jahr nach Release schon wieder Schluss ist, zumal das Spiel alles andere als Bug frei ist. Abseits von fliegenden und unsichtbaren Spielern auf den Multiplayer-Servern sind mir auch einige begegnet: Zum einen stürzte das Spiel währe des Spieles viermal ab, ohne erkennbaren Grund und Fehlermeldung. Einmal lief die Crysis.exe sogar noch weiter, was den falschen Wert bei der X-Fire Zeitmessung erklärt. Außerdem war ich im Kampf mit dem Endboss mit dem bekannten Problem konfrontiert, dass die TAC-Kanone nichts anvisieren wollte. Nur ein Neuladen das Spielstandes half. Dazu scheinen die Koreaner mit tragenden Kisten zu arbeiten: eines der ersten Lager hab ich von Gegner geräumt und wollte nur noch die verstreut liegende Munition einpacken bevor ich weiter gehe. Eine Lag in einer Wellblechhütte auf einer Kiste. Ich wollte das Munitionspacket anvisieren und klickte etwas zu weit links, womit ich die Kiste aufnahm. Dann krachte aber die ganze Hütte zusammen, ohne erkennbaren, logischen Grund. Auch scheint der koreanische Panzer keine Rückwärtsgang zu haben – bei mir wollte er jedenfalls nur geradeaus. Bug oder Feature? Dazu noch die Schnitzer in der Kameraden-KI und einige Frustmomente sind komplett.
Alles in allem muss ich sagen, dass ich von dem Spiel sehr enttäuscht bin. Klar werden die wenigsten Spiele ihrem Hype gerecht und die Entwickler versprechen einem häufig viel zu viel, aber selbst mit meinen gedämpften Erwartungen wurde ich noch enttäuscht. Das Spiel lebt aus meiner Sicht nur von der konkurrenzlos guten (momentan zumindest) Grafik, der Rest entpuppt sich als 08/15-Shooter ohne große Überraschungen. Das Add-On dazu werden ich mir nur zulegen, wenn ich es um einiges mehr Krachen lassen kann und es meinem Spielstil mehr entgegen kommt. Bis dahin werde ich wohl eher die Klassiker des Genres spielen.
Review: Assassins Creed
Prüfungen rum und schon gibt’s wieder Reviews, so einfach geht das =)
Ich komme nun zu Assassin’s Creed, das ich schon vor den Prüfungen durchgespielt haben. Das Spiel um den im 13. Jahrhundert agierenden Attentäter Altaïr hat mich immerhin schlappe 28h beschäftigt. Ein Hauptziel des Spiels ist es neun Persönlichkeiten der damaligen Zeit möglichst ohne große Aufmerksamkeit aus dem Verkehr zu ziehen. Ich fange mal mit den technischen Aspekten an:
Die Grafik ist sehr gut und braucht sich hinter Größen wie den 100.000 Spielen mit Unreal Engine 3 nicht verstecken. Die drei Städte sind sehr detailliert und die Atmosphäre stimmt. In jeder Stadt gibt es natürlich viele Menschen auf den Straßen, Händler die ihre Waren anpreisen und Hassprediger, die gegen den jeweiligen Gegner wettern (in Damaskus und Jerusalem gegen die Kreuzfahrer, in Akkon, der Kreuzfahrerstadt gegen die Sarazenen). Warum nur niemand die weiße Kutte von Altaïr auffällt hat wohl weniger mit dem Realismus als mit dem reinen Spielspaß zu tun. Auch die Animationen, gerade des Protagonisten, können sich sehen lassen. Es macht direkt Spass nur zuzusehen, wie der Held die Wände von Häuser, Gotteshäusern und Festungen hoch kraxelt.
Das Parkour-artige Movement des Spiels macht schon alleine ungemein Spass, wenn es nur nicht so viele Bogenschützen auf den Dächern der Städte hätte. Wobei die nicht so übermäßig intelligent sind: wenn man sich direkt unter sie an die Wand hängt bemerken sie einen normalerweise überhaupt nicht. Dann einfach warten bis sie sich umdrehen und mit dem Assassinen Messer ausschalten. Schon einer weniger. Nur schade dass sie wenn man das Haupt Attentat startet alle wieder da sind.
Das Spielprinzip an sich ist erfrischend und neu, aber es nutzt sich schnell ab. Die ersten drei Attentate sind interessant. Danach ist es immer das gleiche, auch wenn neue Abschnitte in den Städte freigeschaltet werden. Das Prinzip ist immer das gleiche: rein in die Stadt und zum Kontaktmann (ab dem vierten Attentat geht das per Schnellreise-Funktion, ungemein praktisch da die Ritte durch das Königreich sehr langweilig und langwierig sind – irgendwie stören sich da viele dran wenn sie jemanden sehen der nicht komplett im Schleichmodus reitet). Danach geht’s zum ersten Aussichtspunkt im neuen Stadtviertel, von dem aus man die ersten Teilmissionen (von denen zu Anfang 2 von 6, später 4 benötigt werden um das eigentliche Attentat zu starten) und weitere Aussichtspunkte sehen kann. Auch werden auf der Karte Punkte zum befreien von Bürgern markiert, die Hilfreich sein können. Normale Bürger fungieren nach ihrer Befreiung als Partisanen und halten Verfolger auf wenn man mal etwas zu viel Aufmerksamkeit erzeugt hat und Mönche dienen als mobiles Versteck über die man in schwer bewachte Bereich einfach reinkommt. Es gibt aber immer einen alternativen Weg über die Dächer der Stadt. Um die Bürger zu befreien muss man die Wachen, die sie belästigen, besiegen. Wer alle optionalen Ziele erfüllt erfährt auch mehr über die Hintergrundgeschichte, aber dazu später mehr.
Womit ich beim Kampfsystem angekommen währe: das strotzt wieder vor schönen Animationen, aber wenn man effektiv Kämpfen will kommt man um eine Taktik nicht herum: Konter. Nach dem ersten Attentat erlernt man diese Fähigkeit, danach ist sie ein ständiger Begleiter. Statt selber anzugreifen wartet man bis die Gegner es tun und kontert ihre Angriffe ganz einfach. Vor allem gibt man seine eigene Deckung nicht auf und wird nicht gleich niedergeschlagen wenn man mal aufgrund der hin und wieder nervigen Kamera nichts sieht. Auch wechselt die Kamera während des Kampfes bei Attacke in eine Art Actionsicht, die zwar schön aussieht, aber völlig nutzlos ist und keine Übersicht bietet. Später im Spiel, wenn man es verstärkt mit Elitewachen und Templern zu tun hat zieht diese Taktik nicht mehr so ganz, da man deren Angriffe nicht blocken oder kontern kann. Aber eine alternative steht schon bereit: So lange ausweichen bis sie zum Griff ansetzten, Griffbrecher ausführen und dann schnell zu Assassinenklinge wechseln und damit drauf. Funktioniert einwandfrei mit ein wenig Übung.
Die Steuerung bedarf deren auch. Man steuert Altaïr wie eine Marionette, also jede Körperregion einzeln: Kopf, Arme, Beine. Nach einigen Stunden hatte ich aber auch das im Griff. Man merkt hier stark, dass das Spiel primär für Konsolen ausgelegt ist, da alle Aktionen problemlos mit einem Gamepad abgedeckt werden können. Manchmal geht trotzdem die Präzision etwas flöten, gerade wenn man einen Gegner anvisiert hat. Ein Beispiel: in den Städten gibt es Bettlerinnen (warum eigentlich nur Frauen?) und Geisteskranke, die irgendwie nur den Spieler sehen. Die Bettler hängen sich eine Weile an einen dran, mit etwas leichtem Schieben und weglaufen wird man sie wieder los. Die Geisteskranken aber greifen einen an und Schubsen einen, was zu einigen Verwicklungen für mich geführt hat. Da wird man auf einmal erkannt oder kommt nicht recht an die Zielperson ran. Das ein ums andere mal nervten sie so stark dass ich auch sie umgebracht habe, auch wenn das meinen Lebensbalken für kurze Zeit merklich geschmälert hat. Aber zurück zum Beispiel: Ich gehe als gerade ein eine Gruppe Wachen heran, um die Bürgerin zu befreien. Ich machte das zum Ende hin so, dass ich ran lief und den stärksten Gegner direkt mit der Assassienenklinge ausgeschaltet. Das hat mir zumindest einen starken Gegner weniger verschafft. Zwei oder dreimal hat mich aber kurz vorher eine Bettlerin gesehen und hat sich in dem Moment, als ich zu stechen wollte sich zwischen mich und den Gegner gestellt. Das Ergebnis: Ich hab sie abgestochen, meine Lebensleiste war halben leer und die Wachen hinter mir her. Der Fokus ist in Bruchteilen von einer Sekunden von der Wache auf die Bettlerin umgesprungen, ich konnte nicht mehr reagieren. OK, der Kampf danach wurden nicht soviel anstrengender (Konter und so…), aber das war irgendwie unnötig.
Kommen ich nun zur Story, die ist etwas verworren. Eigentlich spielt man nicht Altaïr, sondern seinen Nachfahren Desmond Miles, der von einer Organisation namens Abstergo gefangen genommen wurde und nun mit Hilfe einer Maschine, mit deren Hilfe man die Erlebnisse seine Vorfahren nach spielen kann, dazu gezwungen wurde einige Abschnitte aus Altaïrs Leben nach zuspielen. Die meiste Zeit verbringt man in der Maschine bzw. dem Mittelalter, aber hin und wieder spielt man einige Sequenzen in der Gegenwart. Dies muten ein wenig wie ein Adventure an und kamen mir zu beginn äußerst Überflüssig vor. Aber am Ende (ich versuche nicht zu viel zu verraten) wurde mir klar, dass das eigentliche Spiel, also mit Altaïr nur eine Nebenhandlung ist und die eigentliche Geschichte viel größer und gut durchdacht ist. Leider ist das alles extrem versteckt und wenig offensichtlich – ich musste gut suche um am Ende die Hinweise auf das Ende zu finden. Wobei das eigentlich kein Ende ist, sondern eher die Einleitung zur Fortsetzung. Es ist irgendwie in Mode gekommen Spiele gleich von vornherein auf mehrere Teile auszulegen statt ein Spiel mit in sich geschlossener Geschichte zu entwickeln. So fühlte ich mich als ob die Hälfte fehlt, einfach unbefriedigt was das Ende angeht.
Ein bisschen was muss ich auch noch zum Thema Jugendschutz loswerden: normalerweise stimme ich mit den Bewertungen der USK überein, aber wie sie Assassin’s Creed ab 16 freigeben konnte ist mir schleierhaft. Man kann zwar keine Gliedmaßen abtrennen, aber da man die ganze Zeit mit Klingenwaffen spielt laufen die Kämpfe sehr blutig ab. Geradezu Blutfontänen spritzen aus den Gegnern bei manchen Finishing Moves (spezielle Animationen, die abgespielt werden, wenn einem Gegner das virtuelle Licht ausgeblasen wird). Ein Beispiel: Altaïr verfügt später im Spiel über ein Kurzschwert, mit dem er sehr schnell vielen Gegner Schaden zufügen kann. Einer diese Finishing Moves besteht darin, dass er dem Gegner das Schwert in den Fuß rammt und es anschließend über den ganzen Körper von unten nach oben zieht. Es bleibt zwar keine Spur auf dem Gegner, aber das Blut spritzt da schon literweise. Meiner Meinung nach ist das Spiel für Jugendliche nur bedingt geeignet.
Mein Fazit zu Assassin’s Creed: Mir hat das Spiel sehr viel Spass bereitet, trotz der schier endlosen Wiederholungen und der dadurch entstehenden Längen im Spiel. Dazu kommt das unbefriedigende Ende, was immerhin auf einen Nachfolger schließen lässt.





