Mein Spieljahr 2016

Das Spielejahr war aus meiner Sicht allgemein und speziell für mich sehr durchschnittlich: die wirklich großen Enttäuschungen blieben zumindest für mich aus, aber ebenso fehlten die großen Highlights. Titel auf die ich mich sehr gefreut habe hatten irgendwo Macken, wobei keine so schlimm waren dass sie zu einem Totalausfall wurden. Aber der Reihe nach.

Screenshot: Fire Emblem Awakening
Fire Emblem Awakening

Zu Jahresbeginn habe ich einen Titel von meiner Liste abgearbeitet: Fire Emblem Awakening. Spiele aus Japan hatte ich nie so auf dem Radar, außer Super Mario, Zelda und Pokemon. Das Taktikrollenspiel von Inteligent Systems (Advance Wars) war eine gute Wahl: die Grafik, die Story und nicht zuletzt die taktische Tiefe sind erstklassig. Ich hatte zu beginn meine Schwierigkeiten, da das Handbuch wie bei 3Ds Spielen üblich quasi nicht vorhanden ist und vieles nicht erklärt. Mein erster Durchgang war deshalb ziemlich suboptimal, was ich vor allen in den DLCs gemerkt habe: einige verlangen eine gut ausgebaute Party, welche ich nicht hatte – erst ein zweiter Durchgang des Spiels hat das behoben. Alleine schon dass ich direkt ein zweites Mal angefangen habe spricht Bände, das ist eigentlich so gar nicht meine Art. Auch die DLCs haben mich überzeugt, eine gute Mischung aus kostenlosen und kostenpflichtigen Erweiterungen, welche alle durch die Bank gelungen sind. Zumindest die, die ich gespielt habe, für alle hat meine Motivation dann doch nicht gereicht.
Den Nachfolger Fire Emblem Fates habe ich mir direkt in der Special Edition gesichert, aber noch nicht ausgiebig gespielt. Ebenfalls hab ich mir die Vorgänger für den Gameboy Advance und Nintendo DS besorgt, welche ich aber nur getestet habe ob sie funktionieren. Was mir noch fehlt sind die Ableger für GameCube und Wii, aber die sind recht selten und teuer, die Serie ist in Europa erst mit Awakening richtig populär geworden.

Screenshot: TrackMania Turbo
TrackMania Turbo

TrackMania war für mich immer so eine Besonderheit: Rennspiele mag ich nur wenn sie komplett arcadig und unrealistisch sind, selbst das große Vorbild 4D Stunts war mir zu realistisch, dafür habe ich viel Zeit damit verbracht die unmöglichsten Strecken im Editor zu bauen. TrackMania hat das eigentlich immer gut getroffen, auch wenn ich bei weitem nicht soviel Zeit im Editor verbracht habe, Internet sei dank hat man Zugang zu quasi unbegrenzt vielen Strecken. Vor allem im LAN war es eine Bank, auch wenn es auf Rennen direkt gegeneinander verzichtet und man nur auf Zeitenjagd geht. Da einige meiner Freunde mittlerweile zur PlayStation gewechseltn sind habe ich mir vom neusten Ableger TrackMania Turbo deshalb die PC und PS4 Version gekauft und zumindest ein wenig die alten Zeiten wieder aufleben lassen kann. Schade nur dass sich die Bestzeiten und Strecken nicht Plattform übergreifend teilen lassen, obwohl ich den gleichen UPlay Account benutzte gibt es keine Verbindung. Spielerisch ist es solide, wobei das Interface sehr auf die Konsolen ausgelegt ist und gerade der Leveleditor recht umständlich ist. Ein wenig vergeigt haben es die Entwickler aber bei der Fahrphysik, die ist nicht in allen Umgebungen spaßig: Stadium ist gewohnt gut, Canyon mit seinem gefühlt sehr schweren Fahrzeug und Fokus auf Driften macht Spaß, dagegen ist der Rallye-Buggie völlig unberechenbar und fliegt bei einer Erhebung von der Höhe einer Briefmarke unkontrolliert durch die Luft – das konnte selbst der berühmt-berüchtigte Mako von Mass Effect besser. Der Strand bzw. RollerCoaster-Buggy ist da schon besser, sofern er zumindest auf einigermaßen festen Untergrund fährt – auf Sand ist es fast genauso unberechenbar.

Eine der wenigen wirklichen Enttäuschungen war die WiiU Version von 6180 The Moon. Ich bin ein großer Fan des Spiels auf PC und werde nicht aufhören es weiter anzupreisen wo immer sich die Gelegenheit bietet. Bei der Version für WiiU sehe ich aber davon ab da sie einen kapitalen Fehler enthält. Das Problem ist dass die Entwickler das Second-Screen Konzept der WiiU zu weit getrieben haben: in der PC-Version fällt man, wenn man scheinbar unten aus dem Bildschirm fällt an der selben Stellen oben wieder herein. Auf der WiiU landet man aber erstmal auf dem Tablet und nach oben wieder zurück auf den Hauptbildschirm. Das bedeutet: man schaut ständig und schnell zwischen Fernseher und Tablet hin und her, was tierisch nervt. Andere Spiele für die WiiU spielen nur auf dem Fernseher oder Tablet (z.b. Super Mario Maker) oder nutzten das Tablet als zusätzliche Informationsquelle und Interface (in Mario Kart 8 kann optional die Karte anzeigen) oder man spielt komplett darauf, da schaut man aber nicht im Sekundentakt hin und her. So kriege ich nur Kopfschmerzen oder mir wird Schwindlig weil ich meine Kopf so oft und schnell bewegen. Die PC Version ist nach wie vor klasse, die WiiU Version mit diesem kapitalen Fehler kann ich aber nicht empfehlen.

Screenshot: StarCraft 2: Legacy of the Void Kampagne
StarCraft 2: Legacy of the Void Kampagne

Was macht man wenn man ungeplant Urlaub hat und nicht mehr das Bedürfnis hat nach Feierabend zu entspannen? Man stresst sich richtig indem mal ein Spiel eine Stufe höher und schneller spielt, bei mir war es StarCraft 2: Legacy of the Void. Ein richtiges Review fehlt davon nach wie vor, irgendwie hatte ich nie Zeit und Lust eines zu schreiben wenn ich es gerade gespielt habe, so auch beim zweiten Durchgang auf dem schweren Schwierigkeitsgrad. Das Spiel ist klasse und ein gelungener Abschluss für die Serie. Die Geschichte wartet sogar mit ein paar Überraschungen auf, was ich so spät im Spiel nicht mehr erwartet hatte. Der normale Multiplayer hat mich nie dauerhaft gefesselt, mir ist er mittlerweile zu hektisch und mit Legacy of the Void wurde das nochmal verschärft. Eine willkommene Abwechslung ist dagegen der neue Coop-Modus, welcher deutlich weniger hektisch ist ohne ein komplett anderes Spiel zu werden. Dazu hat man viele der Spielzeuge aus der Kampagne zur Verfügung und die Kommandanten spielen sich deutlich anders. Für Echtzeitstrategen egal welchen Erfahrungs- und Skilllevel gibt es spätestens jetzt keine Weg mehr an StarCraft 2 vorbei.

Wer in mein Wohnzimmer kommt merkt sofort: ich mag Game of Thrones. Mich stört die arg romantisierte Version des Mittelalters die in vielen anderen Filme und Serien gezeigt wird, weil so war das damals nicht. Das Mittelalter war blutig, grausam und hat so ziemlich alles schlechte was Menschen tun können hervorgebracht. Game of Thrones zeigt das ungeschönt und ist auch ziemlich blutig, wie es eben damals auch war. Die meisten Kämpfer hatten keine Plattenrüstung sondern einfache Lederharnische und scharfe Klingenwaffen wie Schwerter und Äxte. Trifft man damit ist schnell mal eine Gliedmaße ab und da der menschliche Körper ~60% Blut enthält läuft da viel aus. Die Beschreibung von rot gefärbten Bächen und Flüssen oder das Eroberer einen Stadt in den Straßen durch Blut waten ist nicht verkehrt. Dazu noch eine gute Dosis Intrigen und fertig ist ein Serienhit. Es war nur eine Frage der Zeit bis auch ein Spiel dazu erscheint. Kurz vor dem Start der sechsten Staffel habe ich es mir angesehen und alle Episoden in einem Rutsch „gespielt“.

Screenshot: Telltale Games' Game of Thrones
Telltale Games‘ Game of Thrones

Neben einem ungewöhnlichen Strategiespiel das niemand kennt und einem ziemlich durchschnittlichen Rollenspiel hat sich auch Telltale Games der Marke angenommen und seine bekannte Formel über das Spiel gelegt. Das heißt: man schaut sich 10-20min einen Film an, dann eine Reihen von Quicktime-Events die so simpel sein müssen dass sie auch auf einem Telefon funktionieren. Ich mag das ganze nicht wirklich und bei Tales from the Borderlands im Jahr davor war ich richtig enttäuscht davon da auch die Geschichte nicht richtig funktionierte. Hier macht es Telltale besser, die Geschichte ist mir ihren vernichtenden Wendungen gut im Stil der Serien, auch wenn ich es manchmal wirklich gar nichts vorwärts geht und die Charaktere quasi keine guten Erlebnisse haben – und wenn doch mal was minimal gut läuft wird es direkt vernichtet durch Ereignisse außerhalb ihres Einflussbereichs. Das Gefühl an seine Grenzen zu kommen und keine richtigen Entscheidungen treffen zu können bringen sie aber gut rüber. Leider ist es am Ende völlig egal wie man sich entscheidet, das ändert den Verlauf der Geschichte nicht maßgeblich – die Aussage dass die Entscheidungen die Geschichte maßgeblich beeinflussen kann ins Reich der Marketingmärchen geschoben werden. Die Grafik war nie die Stärke von Telltale, wie bereits gesagt müssen ihre Spiele auf Geräten laufen die knapp über einem grafischen Taschenrechner einzusortieren sind. Hier ist aber besonders schlecht da sie einen Filter über die Grafik legen welcher das ganze wie ein Gemälde aussehen lassen soll, was in Standbildern auch einigermaßen funktioniert, in Bewegung aber extrem hässliches Kantenflimmern und Artefakte verursacht – soweit das ganze Teile von Objekten wie Werkzeugen oder Vorhängen verschwinden wenn man die Kamera passen hindreht. Die Charaktermodelle sind insgesamt in Ordnung mit Ausnahmen (Margery Tyrell sieht aus wie ein Dämon), man merkt aber deutlich dass die neuen Charaktere besser aussehen als die ihren realen Vorbildern nachmodellierten. Die Sprecher sind alle passend und machen ihre Sache gut, wobei auch hier die neune Charaktere besser sind, für bekannte Charaktere wurden zwar die (englischen) Originalsprecher verpflichtet, die scheinen sich aber nicht die größte Mühe zu geben. Insgesamt fand ich besser als Tales from the Borderlands, ist aber trotzdem nicht mein Spiel und ich werde mir genau überlegen ob ich mir ein Spiel dieser Sorte nochmal anfasse.

2016 hatte ich schon im Vorherein als das beste Jahr für Ego-Shooter seit 2007 ausgerufen. Auch wenn es das beliebteste Genre ist und jedes Jahr Dutzende Spiele erscheinen, egal ob kleine Indietitel oder die jährlichen Iterationen der Blockbuster-Shooter, dieses Jahr versprach eine lange ungekannte Anzahl an neuen und qualitativ hochwertigen Titeln.

Screenshot: Battleborn
Battleborn

Los ging es im Mai mit Battleborn, das Spiel das aus meiner Sicht zu wenig Beachtung bekam und eigentlich nur im Schatten von Overwatch existiert, obwohl die beiden Spiele spielerisch nur sehr wenig gemeinsam haben. Die technischen Probleme welche die PC Version zu beginn plagten wären verschmerzbar gewsen. Dass das Spiel recht komplex ist, viel Einarbeitung erfordert da eine ausreichende Erklärung der Charaktere fehlt und allgemein eine steile Lernkurve hat finde ich sogar teilweise positiv. Ein klarer Schwachpunkt ist die Effektflut, die über die optischen Sinne des Spielers hereinbrechen und man nicht so genau weiß, ob das was da passiert für einen gut oder schlecht ist. Sehr gestört hat mich dass man fast alle Charaktere erstmal freischalten muss, zusätzlich noch weitere Skills und Ausrüstung farmen damit man in den kompetitiven Modi Land sieht. Das wäre aber alles verschmerzbar gewesen, den fatalen Fehler sehe ich im Marketing für das Spiel: es hat sich nicht gut genug von von Overwatch abgegrenzt und herausgestellt was es anders und besonders macht. Dadurch wurde es mit dem Titel von Blizzard verwechselt oder gar als müder Abklatsch davon abgetan. Mittlerweile ist es quasi Tod, die Spielerzahlen auf dem PC im Keller. Immerhin: die Entwickler haben einiges neues geliefert, u.a. neue Maps. In Kürze soll ein neuer Tutorialmodus und weitere Features wie Dailyquests welche die Spieler bei der Stange halten sollen erscheinen, für mich ist es aber zu spät, ich habe das Spiel deinstalliert. Vor allem weil von den Versprochenen fünf Erweiterungen für den Story-Modus bisher nur zwei erschienen sind, welche zwar sehr gut sind, aber dass der erste über ein halbes Jahr nach Release erschien als das Spiel schon fast Tod war ist einfach viel zu spät.

Screenshot: Doom
Doom

Besser hat es ein wenig unerwartet Doom gemacht. Zuerst war ich nicht davon überzeugt, ich habe es seit der ersten Alpha gespielt, aber nur dem Multiplayer. Versprochen wurde ein klassischer Arena-Shooter, heraus kam Halo mit Doom-Skin. Keine erweiterten Movement-Optionen, nur Teambasierte Modi und Loadouts mit nur zwei Waffen gleichzeitig. Das hat mich dazu gebracht meine Vorbestellung zu stornieren, so wenig Vertrauen hatte ich in das Spiel, da man vom Rest nur Marketingmaterial hatte und da alles wie das beste seit geschnitten Brot aussieht. Als es dann herauskam und ich von vielen Seiten las dass die Kampagne deutlich besser sein soll habe ich doch kurzfristig zugeschlagen und wurde nicht enttäuscht: sie ist schnell, direkt und arcadig – so wie ich Shooter mag. Eine sehr schöne Homage an die alten Spiele mit der passenden Priese moderner Features um es nicht zu einem schlichten Klon oder Cash In zu machen. Besonders die große und ausladenden Levels welche zum Erkunden einladen habe es mir angetan.

Screenshot: Doom
Doom

Was war mit dem Multiplayer passiert? Nun, wie ich später herausfand wurde der nicht von id Software selber entwickelt, sondern von einer anderen Firma namens Certain Affinity. Sieht man sich ihr Portfolio an merkt man: die haben bisher vor allem am Multiplayer der Halo-Serie gearbeitet. Dann ergab es Sinn, sie haben einfach das gemacht was sie am besten konnte. Und wenn dann noch der Praktikant sagt „zu einem Arena-Shooter gehören Healthpacks“ hat man das Ergebnis. Immerhin: er ist deutlich kurzweiliger ausgefallen wie zuerst gedacht und hin und wieder habe ich ihn doch gespielt und gut Spaß damit gehabt, bis mich die künstliche Einschränkungen der Loadouts dann doch zu sehr genervt hat. Immerhin: die DLC sind gut und da es nur einen Spieler in der Gruppe braucht der den DLC hat und alle können darauf spielen spaltet es auch die Community nicht. Meine Meinung zu Snapmap hat sich nicht geändert, trotz aller Erweiterungen leidet es immer noch unter den lächerlich niedrigen Speicherlimits.

Screenshot: Overwatch
Overwatch

War ich zu diesem Zeitpunkt schon von Shootern ausgebrannt? Möglich, vielleicht war das einer der Gründe warum mich Overwatch nie so gepackt hat wie erwartet. Wahrscheinlicher ist aber dass ich erst zum Release erkannt habe wie runterkondensiert das Gameplay ist: die Charaktere sind hochspezialisiert, sie könne genau eine Rolle gut erfüllen, in allen anderen sind die absolut nicht zu gebrauchen. Dazu passt keiner so richtig zu meinem Spielstil, mit einigen bin ich gut bis brauchbar, mit anderen eine völlig Fehlbesetzung – ist keine für mich passende Rolle mehr frei habe ich konstant das Gefühl mich komplett unter Wert zu schlagen. Dadurch ist Teamplay der Schlüssel, was mit zufällig zusammengewürfelten Gruppen eigentlich nie so richtig funktioniert. Würde ich in einem festen Team spielen wäre es wahrscheinlich besser, aber die Einschränkungen der Charaktere stören mich doch zu stark. Die Maps sind ähnlich, alles konzentriert sich auf genau einen Punkt, es fehlt an Variabilität bei der Strategie, es kommt als auf die Teamzusammenstellung an. Während Matches in Teamdeathmatch und Capture the Flag in Quake Live (oder gar QuakeWorld) gerne mal unübersichtlich werden ist auch viel Strategie und ungewöhnliche Taktiken möglich, bei Overwatch ist das nicht der Fall, alles dreht sich um die Zusammenstellung des Teams. Mir ist das alles zu wenig um mich dauerhaft zu packen. Dazu ist es stark auf Einsteiger ausgelegt: man trifft unglaublich oft, die Hitboxen sind gigantisch und der Netcode bevorzugt den Schützten sehr stark – spiele ich direkt danach einen anderen Shooter muss ich erstmal wieder richtig zielen zu lernen.
Das Spiel hat große Wellen geschlagen und dürfte der Shooter mit dem aktuellen meisten Turnieren und Preispool sein, was wohl kein Zufall ist da durch die hochspezialisierten Klassen und klaren Darstellung ihrer Fähigkeiten, der Fokus auf einzelne Punkte und die klaren Regeln und Anzeige (im Gegensatz zu Battleborn) es sehr zuschauerfreundlich ist, etwas was ich auf für den Aufstieg von MOBAs über Echtzeitstrategie Spielen verantwortlich mache. Das heißt aber nicht dass es mir gefällt, Overwatch ist trotz des guten Supports mittlerweile nicht mehr auf meinem Rechner installiert.

Screenshot: World of WarCraft Legion
World of WarCraft Legion

Nach dem vielen Geballer hatte ich Lust auf was anderes und habe nach anderthalb Jahren wieder World of WarCraft ausgepackt. Warlords of Draenor war zwar zu Anfang gut, hat aber stark nachgelassen, gerade was den Content für jemanden wie mich angeht der nicht aktiv in Raids oder PVP unterwegs ist, den letzten Contentpatch habe ich fast komplett ausgelassen. Und der war auch nicht gut, nur noch mehr Grind und Vorbereitung auf den letzten Raid des Addons. Also habe ich einen neuen Charakter angefangen und langsam hochgezogen, das hat deutlich mehr Spaß gemacht. Nur Interesse halber habe ich auch in die Legendäre Questreihe reingeschaut (in Mist of Pandaria habe ich sie ausgelassen weil man dafür zumindest in den Raidfinder musst und bei 24 anderen Spielern ist es recht wahrscheinlich dass da ein Idiot dabei ist und der reicht schon um einem den Spaß zu nehmen) und sie sogar noch kurz vor dem Release von Legion fertig gestellt. Und das war auch gut, da wurde viel von der Story abgehandelt, da dürfte man ziemlich überrascht sein wenn man in Legion einsteigt und nur teilweise was davon weiß.

Screenshot: World of WarCraft Legion
World of WarCraft Legion

Legion hat einige interessante neue Features um einen der Großen Schwachpunkte des Spiels auszumerzen: World of WarCraft ist ironischerweise ziemlich schlecht dazu geeignet zusammen zu spielen da es sehr restriktiv ist, speziell was Quests angeht: neben einem ähnlichen Level muss man exakt den selben Fortschritt in der aktuellen Questreihe haben. Hat man den nicht läuft einer nur nebenher, bekommt keine Erfahrungspunkte oder Belohnungen und die Charaktere bewegen sich immer weiter auseinander, was das Problem weiter verschärft. Für Dungeons muss man zumindest das selbe Level und ähnliches Gear haben sonst funktioniert es auch nicht. Mit Legion aber skaliert vieles, man kann von Level 100 bis 110 vieles zusammen machen unabhängig von Level und Gear weil alles auf den jeweiligen Spieler skaliert wird. Ich will besser gar nicht wissen wie kompliziert die Berechnungen dahinter sind, aber sie funktionieren gut. Was mich zuerst gefreut hat ist dass mehr Wert auf die Dungeons gelegt wird und ab einem Punkt nicht nur noch Raids existieren. Das war leider nicht ganz korrekt, die hochstufigen Mythic Dungeons erfordern eine feste Gruppe und haben eine ähnliche Mechanik wie die Nephalem-Rifts in Diablo 3 Reaper of Souls: mit sog. Keystones kann man die Schwierigkeit feintunen um besseres Loot zu bekommen. Auch der Raidfinder ist immer noch wichtig, auch wenn man nur in den Story voran kommen will. Vieles kann man ohne machen, aber wenn man alles abschließen will muss man mindestens einmal jeden Dungeon und Raid (zumindest aktuell, aber denke nicht dass sich das ändert) abschließen und alle Storyaspkete mit zu bekommen. Gut, da Blizzard die Raids im Raidfinder noch einfacher gemacht und man fast nur noch durchlaufen und auf sehr wenige Bossmechaniken achten muss, damit ist es nicht mehr so frustrierend wie früher, andererseits ist es auch überhaupt keine Herausforderung. Anders wird man das Chaos mit 25 zufällig zusammengewürfelten Spielern mit unterschiedlichen Klassen, Skilllevel und Zielen wohl nicht handhaben können. Ein wenig Enttäuscht bin ich von den World Quests: die sollte sich dazu eigenen ungezwungen und flexibel zusammen spielen, aber da die meisten stumpfe Wiederholungen bereits bekannter Quests sind und die Vielfalt der Aufgaben etwas zu wünschen übrig lässt, nach spätestens einer Woche hat man alle Archetypen gesehen. Dazu muss man wieder und wieder grinden, u.a. soll ich aktuell 80 Fragmente von Dungeon Bossen sammeln, wo auf Heroisch nur der Endboss eines (!!!) bringt, natürlich mit Limit 10 pro Woche. Gut, es überschneidet sich mit den 100 Dungeons die ich abschließen soll um einen gescheiten Skin für das Versteckte Aussehen meiner Artekfaktwaffe bekommen.

Screenshot: World of WarCraft Legion
World of WarCraft Legion

Da alle Gebiete in beliebiger Reihenfolge angegangen werden können leidet die Dramaturgie darunter, da jedes eine in sich geschlossene Geschichten erzählen muss, das war in Warlords of Draenor mit seiner lineareren, durchgehenden Story besser gemacht. Dazu ist es völlig egal auf welcher Seite man spielt, nur das Gebiet Stormheim unterscheidet sich teilweise merklich ob man für die Allianz oder die Horde unterwegs ist, in den anderen spielt es überhaupt keine Rolle. Insgesamt ist Legion nicht schlecht geworden, aber auch hier ist meine Motivation recht schnell abgefallen nachdem ich alles gesehen habe. Blizzard hat einiges an Content nachgeschoben, aber richtig packen tut es mich trotzdem nicht, es fühlt sich mehr nach Arbeit an. Meine Abo läuft noch, evtl. spiele ich einen Twink weiter, das dürfte mir mehr Spaß machen. Und dann wahrscheinlich wieder eine recht lange Pause einlegen, ist ja nicht so dass ich mein Abo innerhalb von Minuten wieder reaktivieren kann.

Screenshot: Die Siedler 2
Die Siedler 2

Der Sommer war für mich vor allem von kleinen Abstechern geprägt: mit Die Siedler 2 habe ich eines meiner absoluten Lieblingsspiele hervorgeholt und die Kampagne auch fast durchgespielt. Ich bin mir nicht sicher ob ich das überhaupt schonmal geschafft habe ohne nachzuhelfen. Gerade in einer sehr stressigen Zeit war das entspannte siedeln genau das richtig. Ein wenig Abwechslung habe ich mit Poseidon – Herrscher von Atlantis reingebracht, auch wenn ich davon nur eine der Kampagnen gespielt habe.

Screenshot: Quake
Quake

Ganz konnte ich meine Finger von Shootern dann doch nicht lassen, aber mit einem Klassiker in Form des ersten Quake. Mit den Datendateien von Steam und der Port quakespasm konnte ich auch erstmals mit Musik spielen. Da Quake auch ohne CD im Laufwerk läuft, die Musik aber auf der CD als Audio-Tracks gespeichert ist hab ich immer ohne gespielt. Das würde ich nicht empfehlen, der Ambient-Soundtrack von Trent Reznor trägt viel zu Atmosphäre bei. Was mir besonders an Quake gefallen hat ist das Leveldesign: sie sind keine Schläuche, aber auch keine Labyrinthe wie in Doom. Man kommt ohne Karte aus und verirrt sich nicht, aber die Levels sind kreativ und vor allem sehr vertikal gebaut. Mein Favorit ist Ziggurath Vertigo (E1M9), ein verstecktes Level in der erste Episode. Ein Level mehr hoch als breit und mit niedrigen Graviation ausgestattet macht es sehr viel Spaß. Die offiziellen Addons habe ich nicht gespielt, eher den zweiten Teil, aber dazu kam es auch nicht. Dafür habe ich die neue Episode die von Mashine Games entwickelt wurde, den Machern von Wolfenstein – The New Order, welche sehr gut geworden ist.
Ein Spiel auf das ich mich sehr gefreut habe war Shadow Warrior 2. Den Reboot der Serie fand ich erfrischend klassisch, arcadig und gleichzeitig an den richtigen Stellen modernisiert. Dazu kam eine der besten Geschichten die ich in einem Shooter erleben durfte. Gut, die Latte dafür liegt nicht sonderlich hoch, außer das Spiel heißt Half-Life oder BioShock. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an den zweiten Teil, welcher auch Coop für bis zu vier Spieler enthalten würde.

Screenshot: Shadow Warrior 2
Shadow Warrior 2

Ich rechne den Entwickler an dass sie nicht nur einen einfachen Nachfolger machen indem sie das funktionierende Spiel nehmen und nur Homöopathische Änderungen vornehmen. Sie haben eine große Portion Borderlands reingemischt mit generierten Levels und Waffen sowie den Elementareffekten. Leider hat es aus meiner Sicht nicht so gut funktioniert, weil die Generierung zu chaotisch wurde (obwohl die Entwickler das zumindest beim Leveldesign vermeiden wollten): die Attribute der Gegner werden zufällig ausgewählt, ein Gegner kann gegen einen Elementareffekt empfindlich sein, während der direkt daneben dagegen resistent ist. Da nimmt man lieber etwas was weder gut noch schlecht ist, das ist häufig effektiver. Dazu machen die Gegner sehr viel Schaden, man muss gut ausweichen um zu überleben, dank der Agilität des Protagonisten Lo Wang gelingt da auch und das ist auch einer der besten Aspekte des Spiels. Die großen Healthpools der Gegner ziehen die Kämpfe unnötig in die Länge, dazu können Gegner unerwartet aus dem Boden erscheinen wenn man eigentlich nur ausweichen und sich neu positionieren will, was noch mehr Chaos stiftet. Die Generierung der Levels ist auch nicht so gut wie gedacht, da sie nicht komplett zufällig generiert sind sondern aus vorgebenden Teilen zusammengesetzt werden, welche sehr groß und leider nicht sehr erinnerungswürdig sind, sie wirken sehr generisch und vom Marketingversprechen dass sich jeder Durchgang anders anfühlt bleibt auch nicht viel übrig, da es recht wenig Teile sind und man recht schnell alle gesehen hat. Der Coop wirkt etwas angetackert, dafür ist man sehr flexibel im Zusammenspiel mit anderen, trotzdem wirkt er nicht gut integriert und bleibt hinter meinen Erwartungen zurück.

Screenshot: StarCraft 2 Covert Ops
StarCraft 2 Nova Covert Ops

Bevor es mit mehr Shootern weiter geht habe ich wieder StarCraft 2 ausgepackt: Blizzard ist auch auf den Zug von kleinen Downloaderweiterungen aufgesprungen und Fans von Terraner-Missionen bekamen mit Nova Covert Ops neues Futter, in drei Teile á drei Missionen gespalten für insgesamt 15€. Das mag nicht da viel klingen, aber ich denke die Missionen sind das Geld wert. Das liegt vor allem daran dass die Qualität sehr hoch ist: es sind nicht einfach nur weitere Missionen mit Nova als Held, man kann sie auf- und umrüsten, ihre Einheiten sind anders als normale Terranereinheiten (stäker aber auch teurer und ausrüstbar), dazu neue Musik, Umgebungen und nicht zuletzt die Missionen selber welche nur von aller höchster Qualität sind. Wer die Kampagne von StarCraft 2 mag wird mit dem DLC keine Fehler machen.
Der zweite Teil sind der Coop-Modus, welchen ich nochmal weiter gespielt habe. Blizzard hat weitere, kostenpflichtige Kommandanten veröffentlicht, als dann erstmals ein Protoss mit dem Anführer der Tal’Darim, Alarak, dran war habe ich zugeschlagen. Gut, ganz ohne Vorkenntnisse bin ich nicht rein, ich konnte ich auf der GamesCom anspielen. Und er macht richtig Spaß, einen übermächtigen, fast unbesiegbaren Krieger auf dem Schlachtfeld ist etwas wirklich neues und spannendes, vor allem für Protoss wo sich die Kommandanten davor eher im Hintergrund gehalten haben. Die neuen Missionen, ihre kleine Anzahl war der größte Schwachpunkt des Coop-Modus zu beginn, sind sehr gut gemacht und jetzt gibt es auch eine gute Auswahl. Der Modus hat mir schon zum Release viel Spaß gemacht und ist eigentlich nur noch besser geworden.

Das im Herbst weitere Iterationen der Blockbuster-Shooter erscheinen ist keine große Überraschung. Ein Kollege auf der Arbeit hat mich gefragt was ich mir gekauft habe: Battlefield 1 oder Call of Duty: Infinite Warfare. Meine Antwort war: „Titanfall?„. Jop, Titanfall 2 genauer gesagt. Den erste Teil mochte ich eigentlich, aber da es ein reiner Multiplayer-Shooter war und keiner meiner Freunde sich dafür interessiert habe ich erst zuerst außen vor gelassen. Als ich dann später eingestiegen bin war das Spiel quasi tot, kaum noch jemand hat es auf dem PC gespielt und die es doch taten waren verdammt gut, da hatte ich kaum Chance mich überhaupt daran zu gewöhnen.

Screenshot: Titanfall 2 Kampagne
Titanfall 2 Kampagne

Das erste hat der zweite Teil schonmal besser gemacht: es gibt eine Singleplayer Kampagne, und was für eine. Gut, dass es sehr ähnlich zu Call of Duty sein würde hatte ich erwartet da sich Respawn Entertainment in weiten Teilen aus ehemaligen Entwickler davon zusammensetzt. Und natürlich die Mechs welche zur Serie gehören und evtl. noch bissl Platforming mit dem Wallrunning-System. Das ist auch alles drin und noch viel mehr. Die Kampagne ist richtig gut geworden, zwar schon ähnlich zu Call of Duty, aber alle Elemente sind gut zu einem stimmigen Paket geschnürt. Speziell das Leveldesign hat mir gefallen, die Levels sind zwar recht linear aber bieten doch genug Platz zur Seite um gut manövrieren zu können. Mein Highlight ist die Hausfabrik, das Zeitreiselevel hat für viel Aufsehen gesorgt aber das Konzept kenne ich schon aus Singularity und hat mich deswegen nicht so geflashed. Im namensgebenden Titanen nimmt man ca. 40% der Zeit Platz, ansonsten ist man zu Fuß unterwegs. Auch beeindruckt hat mich der Sound, speziell der Hall: egal ob man sich in einer Fabrikhalle oder einem Canyon befindet, die Waffen erzeugen einen wuchtigen Hall wie ich ihn aus keinem anderen Spiel kenne. Die Story ist nichts besonders ebenso wie die Gegner und die Musik. Zwar nicht schlecht, aber eben auch nicht herausragend, sie tun aber ihren Job und verschlechtern das Gesamtergebnis nicht.

Screenshot: Titanfall 2 Multiplayer
Titanfall 2 Multiplayer

Am Multiplayer habe sie nicht viel geändert, es fühlt sich wie eine wesentlich schnellere Variante von Call of Duty an, vor allem durch das Wallrunning-System. Was mich stört ist dass man sehr schnell stirbt, da man recht wenig aushält und das auch nicht ändern kann – trifft ein Gegner gut erledigt er einen in sekundenschnelle. Die Titanen machen gut Spaß, man ist enorm stark in ihnen, aber nicht unverwundbar. Mit dem richtigen Gerät und in der falschen Situation ist man seinen Titanen auch recht schnell wieder los, sie sind nicht übermächtig. Nervig ist dagegen die ausufernde Freischalteritis, welche Battleborn weit übertrifft: Man startet mit wenigen Waffen und Titanenmodellen und muss sich alles über globale Levelups freispielen. Dazu gibt es Upgrades, welche über Levelups der einzelnen Waffen und Titanen freischaltet – je länger man sie benutzt desto schneller, was am Anfang fast nicht anders geht weil die Auswahl recht eingeschränkt ist. Dazu hat man noch jede Menge Gimmicks und Spielzeuge, soviele dass man kaum den Überblick behält, was etwas nervig ist wenn man gar nicht weiß was der Gegner alles benutzt. Immerhin: die von mir verhasste Smartpistol wurde dahin verbannt, man sieht sie kaum noch und so sollte es auch sein. Die Skins zum freischalten stören mich nicht, aber Waffen und Upgrades schon. Aber: der Multiplayer ist durchaus unterhaltsam, nur für mich nicht lange, gerade die quasi Instantkill nerven mich zu sehr auf dauer. Aber ich habe es deutlich länger gespielt als Overwatch, das muss schon was heißen.
Abgeschlossen habe ich das Jahr mit Pokemon Alpha Saphir, wobei ich das schon länger habe um mir die ganzen Download-Pokemon zu holen, richtig gespielt habe ich es aber erst auf der Fahrt zu GamesCom und dann im späten Herbst, bevor das nächste rauskommt. Pokemon ist für mich relativ routiniert, die Spiele sind recht einfach geworden und wenn man wie ich seit der ersten Generation dabei ist überrascht einen kaum noch etwas.

Rückblickend war das Spielejahr 2016 für mich ziemlich durchschnittlich. Es fehlten die großen Highlights, es gab aber auch keine großen Enttäuschungen. Die bekannten Enttäuschungen habe ich umschifft oder haben mich nicht interessiert und beiden Highlights waren keines makellos. Wenn ich mich entscheiden müsste wir die Entscheidung zwischen Fire Emblem Awakening und Doom. Ich würde dann letzteres Vorziehen, einfach weil die Überraschung dass es so gut wurde, da waren die Vorzeichen anders, während ich über Fire Emblem schon viel gutes gehört hatte.

Und wie geht es 2017 weiter? Wie letztes Jahr schon bin ich nicht gar so gut informiert was den überhaupt erscheint. Könnte daran liegen dass ich mich einfach schon zu lange mit Videospielen beschäftige und alles gesehen habe, speziell wie schnell und heftig der Hypetrain entgleisen kann. Ich versuche, mich nicht zu stark zu hypen zu lassen weil ich schon zu oft enttäuscht wurde. Diese Vorsicht hat mich wahrscheinlich davor bewahrt zuletzt zu stark enttäuscht zu werden und diese Einstellung zieht sich durch den folgenden Text.
Es gibt ein paar kleinere Titel die ich im Auge behalte: am Shooter Desync arbeiten einige der Ex-Painkiller Entwickler und das sieht sehr klassisch aus und das Neon-Cyber-Setting gefällt mir. Northgarde vom Shiro Games, bisher bekannt für Evoland, ein Aufbaustrategiespiel mit Wikinger. Klingt etwas wie Cultures oder Valhalla Hills, scheint aber doch etwas anders zu werden. Viel weiß ich ehrlich gesagt noch nicht darüber, aber ich behalte es im Auge. Als letzte noch Pyre, dem neuen Spiel von Super Giant Games (Bastion und Transistor). Optisch natürlich ein Hingucker, spielerisch auch interessant, da bin ich gespannt.

Wenn es um die größeren Titel geht sehe ich vor allem Dawn of War 3 ganz vorne. Als Fan von Echtzeitstrategie Spielen leidet man ja chronisch an Mangelernährung, das Genre ist quasi ausgestorben. Platzhirsch StarCraft 2 hält sich gut, andere Spiele wie Age of Empires 2 HD bekommen hin und wieder Erweiterungen und halten ihre recht kleine, aber feine Community. Aus dem Indiebereich kommt recht wenig, wahrscheinlich weil man RTS nicht wirklich klein machen kann, eine gewisse Komplexität und Aufwand erfordert das Genre. Im Bereich er großbugetierten Titel gibt es kaum etwas, ich denke hauptsächlich weil die Konsolen seit einigen Jahren den Takt vorgeben und trotz einiger Versuchen das Genre dort nicht Fuß fassen konnte. Deshalb freut es mich um so mehr das Relic mit Dawn of War 3 ein weiteres Spiel entwickelt das auch einen richtig guten Eindruck macht. Den ersten Teil habe ich gern gespielt und war mein Einstieg in die Welt von Warhammer 40.000, im LAN war es eine Bank und ich mochte es deutlich mehr als jeden Command & Conquer Teil welche meine Freunde bevorzugten. Der zweite Teil hat mich nicht so begeistert, da der komplette Basenbau entfernt und das Spiel sehr hektisch wurde, dazu konzentrierte es sich auf sehr kleine Einheitenverbände. Der dritte Teil mischt beide, es gibt wieder Basenbau, wenn auch nicht in dem Umfang wie der erste Teil, und viel größere Schlachten. Die letzten Wochen gab es auch einiges an Infos, ich bin mal vorsichtig optimistisch.
Als Alternative steht Halo Wars 2 bereits im Februar ins Haus, was bisher komplett unter meinem Radar flog. Der erste Teil war zwar der letzte Titel von Ensemble Studios, aber erschien nur auf der XBox360 und war entsprechend auf Konsolensteuerung ausgelegt und stark vereinfacht. Der zweite Teil erscheint für die aktuelle Microsoft-Konsole, aber auch für PC – wobei laut aktuellem Stand nur im Windows 10 Store, welcher nicht den besten Ruf genießt. Ein Remaster des ersten Teils ist auch dabei, die sind nach wie vor schwer in Mode. Es gab bereits eine Multiplayer-Beta welche ich nicht verfolgt habe, ich hab keinen Ahnung was ich deshalb erwarten soll.

Law Breakers ist noch ein Spiel das mich interessiert und das ich auch schon gespielt habe in der geschlossenen Alpha. Ich habe es sogar mehr gespielt als Overwatch und es halt mir viel Spaß gemacht. Die Machtes sind recht kurz, die Karten kompakt und das Gameplay schnell und auf Kämpfe auf nahe bis mittlere Distanz ausgelegt, so wie es mir gefällt. Die Balance der Klassen war noch etwas wacklig, aber es war nur eine Alpha, die zumindest bei mir sehr stabil lief. Der Informationsfluss ist etwas ins Stocken geraten, aber ich bleibe dran.
Ein großes Spiel das seinen langen Schatten wirft ist Mass Effect Andromeda, aber es ging an mir größtenteils vorbei. Zum einen weil am noch recht wenig darüber weißt (Bezeichnend: man kennt den kompletten Inhalt der Collectors Edition aber kaum etwas über das Spiel selbst) zum anderen weil mir, wenn ich an Mass Effect denke, als erstes das beschissene Ende von Mass Effect 3 in den Sinn kommt, obwohl ich etwas objektiver 99% des Spiels als absolutes Meisterwerk ansehe. Ein anderes Spiel in dieser Kategorie ist Prey: es hat mit dem alten Prey nur noch den Namen gemein, hier betreibt Bethesda Leichnfledderei indem sie ein komplett anderes Spiel so nennen. Aber auch hier weiß ich einfach zu wenig um mir wirklich ein Bild machen zu können, sympathisch ist mir der Vorgehen des Publishers jedenfalls nicht.
Als letztes noch zwei Nachfolger zu Serien die ich sehr mag: SpellForce 3 und AquaNox Deep Decent. SpellForce ist eine meiner Lieblingsserien, aber die letzten beiden Ableger waren nicht das Wahre. Ich bin schon gespannt was die neuen Entwickler damit anstellen, auf der GamesCom habe ich es gesehen und auch kurz gespielt, aber das reichte bei weitem nicht um mir ein richtiges Bild davon zu machen. Deshalb und weil die zwei letzten Spiele so missraten waren bin ich mal sehr vorsichtig. AquaNox Deep Decent entsteht bei einem sehr unerfahrenen Entwickler welcher bisher eher auf Auftragsprojekte und Outsourcing spezialisiert hat. Muss jetzt nichts heißen, ist aber etwas wahrscheinlicher dass es nach hinten los geht. Ich habe es auf Kickstarter mit gebacked, da hatte ich aber noch nicht realisiert wie stark es in Richtung Open-World gehen wird, was mir normalerweise nicht so schmeckt. Gut aussehen tut es, aber es gibt auch hier zu wenig Infos und einige Fragezeichen, z.b. wie der Coop-Modus funktionieren wird, bei Shadow Warrior 2 war das nicht.

Und wie geht es weiter? World of WarCraft läuft noch, wobei da schon merklich die Luft raus ist, das ist es eigentlich Zeit für eine längere Pause. Ganz weit oben auf meine Pile Mountainridge of Shame thront The Witcher 3, aber da gebe ich keine Prognosen ab. Age of Empires 2 HD hat kürzlich ein neues Addon bekommen und nach Strategie scheint mir wieder der Sinn stehen. Dazu hat Petroglyph, die Macher von Empire at War, Universe at War und Grey Goo eine Serie relativ einfacher RTS-Spiele im Voxellook veröffentlicht, namentlich 8-Bit Armies, 8-Bit Hordes und kürzlich 8-Bit Invaders. Angespielt habe ich sie, aber nicht ausgiebig, sie hinterließen aber einen guten ersten Eindruck. Dazu wollte ich mich schon lange mal mit 4X-Strategiespielen beschäftigen, da liegt Civilization 5 bereit.
Auch auf Konsolen steht einige aus, u.a. mehr von Fire Emblem in Form von Shadow Dragon und natürlich Fates. Dazu ein neues Pokemon-Spiel was ich schon anfangen habe, aber nur wegen dem aktuellen Event-Pokemon. Auf Wii und WiiU stapelt sich mehr als ich hier bereit bin zu zugeben (analog und digital) und auch auf der PlayStation 4 hat sich einiges angesammelt, wobei das meiste aus den kostenlosen PS+ Spielen stammt, aber doch einige interessante Titel dabei.
Andere Spiele die ich eine Weile vor mir herschiebe sind Grim Dawn, ein Action-RPG der Ex-Titan-Quest-Macher. Titan Quest kürzlich eine Update mit Bugfixes und neuem Multiplayer erhalten, welcher nicht auf dem eingestellten GameSpy-Service basiert, könnte auch einen Blick wert sein. Im Free2Play Bereich bin ich nicht so oft unterwegs, aber Path of Exile als Action-RPG sieht ebenso interessant aus wie Warframe, eine Art Third-Person-Scifi-Ninja-Actionspiel von Digital Extremes, welche u.a. an Unreal Tournament mitgearbeitet haben.
Kurzum: die Auswahl an Spielen ist mein kleinstes Problem, zumal in der letzten Sail-Saison auch einiges neues den Weg in meine Sammlung gefunden hat.

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