Ein Paar Gedanken Zu: PS4 Remote Play

Mit Remote Play hat Sony ein Feature der PS4 im Angebot welches erlaubt mein Spiel von der PS4 auf meinen PC oder eine PS Vita zu streamen. Es kostet nichts weiter außer der Hardware und ist auch schnell und Problemlos eingerichtet, so der Knüller ist es aber leider nicht. Ausprobiert habe ich es primär um die lächerliche Einschränkung bei der Aufnahmefunktion der PS4 bei Persona 5 zu umgehen, am PC kann ich bewährten Mitteln wie DxTory Screenshots machen und Videos aufzeichnen, auch Streamen per OBS Studio ist kein Problem.

Screenshot: Titelbildschirm von Persona 5 via Remote Play
Titelbildschirm von Persona 5 via Remote Play

Die Grundidee ist einfach: die PS4 muss vom Rechner per Netzwerk erreichbar sein, theoretisch sollte es auch außerhalb des eigenen Heimnetzes gehen, was ich aber nicht ausprobiert habe. Dann installiert man die Software von Sony auf seinem Windows PC oder Mac, meldet sich mit seinem PlayStation Network Benutzer an und dann sollte man eine Verbindung zu seiner PS4 bekommen. Weiterhin braucht man einen PS4 Controller, den man per Bluethooth Dongle oder Kabel mit dem Rechner verbindet und schon sieht man das Bild auf seinem Rechner und kann ganz normal spielen. Die Auflösung kann in mehreren Schritten eingestellt werden, da ich nur eine normale PS4 besitzt kann ich maximal in 1280×720 spielen, für 1920×1080 ist eine PS4 Pro nötig – scheinbar kostet das Video zu encodieren eine Menge Leistung. Das Fenster an sich kann man aber größer ziehen, davon raten ich aber ab weil die Skalierung die verwendet wird absolut unterirdisch ist, scheinbar wird nichts geschärft und es sieht echt übel aus. Ich habe per Tool den Bildausschnitt fest auf die gestreamte Auflösung gesetzt, das war deutlich angenehmer. Dazu kann man die Bildwiederholrate einstellen, was nur „Standard“ und „Hoch“ zulässt – diese schwammigen Werte konnte ich dank DxTory’s FPS-Anzeige entschlüsseln: es sind 10 und 20FPS, was absolut lausig ist. Wenn man mit der Maus über das Bild fährt werden ein paar Zusatzinfos und Schalter für z.b. Vollbild eingeblendet, die sind aber weitestgehend nutzlos. Wie gesagt wird das Bild von der PS4 gestreamed, quasi wie YouTube oder Netflix, nur auch zum mitspielen, bzw. eher mit Diensten wie OnLive oder Gaikai zu vergleichen, wobei beide von Sony gekauft wurden und nun das technische Grundgerüst von Remote Play und PlayStation Now sein dürfte. Die Anforderungen an die Bandbreite würde ich als als so mittel einschätzten, mit meinem Netzwerk das dank DLan nur maximal 50mbit/s schafft reicht es sofern nichts anderes die Leitung zwischen PS4 und Rechner beansprucht. Wenn nicht setzt der Ton oder das Bild aus.

Screenshot: Control Overlay von Remote Play
Control Overlay von Remote Play

Ich habe es primär mit Persona 5 getestet und eines ist klar: die Bildqualität ist deutlich schlechter. Nicht nur wegen der niedergieren Auflösung, die Videokompression sorgt für ein deutlich schlechteres Bild, man sieht sehr viele Kompressionsartefakte. Auf dem Fernseher ist das Bild sehr viel klarer, was vor allem in Persona und seinem Animestil mit klaren Kanten und einfarbigen Flächen eher auffällt als in anderen Spielen mi realistischerer Grafik. Durch die niedrige Bildwiederholrate fühlt sich das Spiel nicht sonderlich rund an, aber in einem rundenbasierten Rollenspiel ist es kein Beinbruch, ich habe aber doch einige Fehleingaben gemacht die ich auf den Lag zurückführen würde. Knifflig wird es aber wenn man ein Spiel spielt das schnelle und präzise Reaktion erfordert, zum testen habe ich deshalb die Demo von NieR:Automata und Resogun gespielt. Resogun als klassisches Arcade Spiel erfordert schnelle und präzise Eingaben und das ist per Remote Play für mich schlicht unspielbar, so groß ist die Eingabeverzögerung. Durch das schnelle Spiel fallen zwar die Kompressionsartefakte nicht so auf, aber das ist nur ein schwacher Trost. In NieR:Automata sieht es nur wenig besser aus, auch hier brachte mich die enorme Eingabeverzögerungen an den Rand des Wahnsinns, dazu fühlen sich beide Spiele auf dem Fernseher direkt einfach viel flüssiger an.
Zuletzt kann man das Bilder alternativ auch auf eine PS Vita streamen, allerdings hat man dann eine Einschränkung: da die Vita keine R2/L2 Tasten kennt und die Analogsticks nicht klickbar sind (entspricht den Tasten R3/L3) muss eine andere Lösung gefunden werden. Sie werden stattdessen über das Touchpad auf der Rückseite emuliert, welches in vier Quadranten eingeteilt wird: links oben ist L2, rechts oben R2, unten jeweils L3 und R3. Das ist wirklich nur eine Notlösung, da man ein taktiles Feedback bekommt und ich die Tasten öfters entweder aus versehen drückt habe oder erst nach mehrmaligem Probieren auslösen konnte, der Druckpunkt das Touchpads ist sehr schwammig. Immerhin sieht man über eine Einblendung wenn man die Tasten aktiviert, dann ist es aber meistens zu spät. Dazu zwingt es mich die Konsole recht unkomfortable zu halten da ich meine Finger nicht ausstrecken kann wie ich es gerne mache – alles in allem eher eine Notlösung wenn der Fernseher gerade von jemand anderem belegt ist. Die Screenshot Funktion der Vita ist dann auch deaktiviert, man kann per Select aber die interne der PS4 auslösen, sofern sie verfügbar ist. Immerhin ist das Bild recht scharf da die Vita einen guten Bildschirm hat und die Auflösung in 960×540 Pixel dargestellt wird. Die Framerate fühlt sich aber genauso schlecht wie auf dem PC an, mehr als die 20FPS sind es da auch nicht, wobei ich nichts gefunden habe um sie einzustellen.

Fazit: Remote Play ist ein nettes Gimmick, aber so richtig viel bringt es mir eigentlich nicht. Die Bildwiederholrate ist absolute unterirdisch und die Bildqualität deutlich schlechter. Zumal man trotzdem noch eine PS4 braucht, dann spiele ich doch lieber direkt an der Konsole. Außer um für Persona 5 Screenshots zu machen werde ich es wohl kaum nutzten, die Nachteile sind zu groß.