Mein Spielejahr 2017

Wieder ein Jahr vorbei mit jeder Menge Spiele, hier meine wahrscheinlich ziemlich ausladende Zusammenfassung meines Jahres obwohl ich für meine Verhältnisse ziemlich wenig gespielt habe. So blieb vieles liegen und mein Pile Mountainridge of Shame wurde nur noch größer.

Rückblick 2017

Screenshot: Doom (2016)
Doom (2016)

Eigentlich noch im letzten Jahr habe ich nochmal Doom (2016) gespielt, auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad für zurechnungsfähige Menschen, also ohne Permadeath. Eine verdammt gute Kampagne, meinen Spielstil musste ich aber etwas anpassen weil die Gegner deutlich mehr Schaden austeilen wodurch Imps zu richtigen Gegnern wurden, die habe ich davor ignoriert zu Gunsten der größeren Brocken wie Hell Knights und Barons of Hell. Dem Multiplayer hab ich nochmal einen Besuch abgestattet und der war doch recht spaßig, vor allem weil die DLCs deutlich bessere Maps mitbrachten. Dauerhaft wars aber doch nichts für mich, das Loadout-System war unverändert nervig.

Screenshot: Tokyo Mirage Sessions #FE
Tokyo Mirage Sessions #FE

Also nächstes ein Spiel das ich schon länger vor hatte zu spielen mit Tokyo Mirage Sessions #FE. Ein Spinoff von einem Spinoff mit einem ungewöhnlichen Thema von dem ich wirklich überrascht war dass es überhaupt in den Westen kam, vor allem da auch die Verkaufszahlen in Japan wohl nicht die besten waren. Ich hatte viel Spaß damit, ich halte es für einen guten Einstieg in die Shin Megami Tensei und Persona Serien, blöd nur dass es nur auf der WiiU raus kam und wahrscheinlich kein Port für die Switch bekommt. Es war teilweise etwas langatmig, die Dungeons wirkten etwas steril und die Rätsel waren nicht sonderlich anspruchsvoll. Das Kampfsystem ist aber sehr eingängig (und fast komplett von Persona übernommen wie ich mittlerweile weiß) das es auch in den fast 60 Spielstunden nicht langweilig wurde, der gefürchtete JRPG-Grind hielt sich in Grenzen. Für das New Game Plus war aber noch keine Zeit, große Unterschiede soll es meines Wissens nach aber nicht geben. Für mich war es eine neue Erfahrung weil es einen ganz anderen Stil als westliche Spiele hat, gerade europäische und amerikanische Spiele haben sich stark angeglichen um auf beiden Märkten zu funktionieren. In Japan ist das kein Thema und gerade deswegen mochte ich Tokyo Mirage Sessions, außer Super Mario, Zelda und Pokemon habe ich davor nichts aus dem Land der aufgehenden Sonne gespielt, zumindest nichts was den typisch japanischen Stil hat. Aber ich kann nachvollziehen wenn jemand den Anime-Stil und die doch sehr bunte Farbgebung nicht mag.

Zwei Spiele haben mich mehr oder weniger das ganze Jahr über begleitet haben waren Fire Emblem Heroes und World of WarCraft: Legion.

Screenshot: World of WarCraft: Legion
World of WarCraft: Legion

Legion kam bereits letztes Jahr raus und obwohl es viel neuen Content gab hat es mich nicht mehr so gefesselt. Es war im Prinzip mehr vom selben, dazu noch teils stark gestreckt, was meiner Motivation nicht gerade einen Schub bekommen hat. Das Konzept mit den Weltquests wurde bis ins letzte ausgereizt, die Broken Shore war nur eine einzige Ansammlung davon und auch Argus brachte nur wenig neues. Bei Zwischensequenzen und Story war einiges interessantes dabei, aber war nicht so bahnbrechend wie es mal angekündigt wurde, man ist eben limitiert durch den Rahmen des MMOs und viel war es im Endeffekt auch nicht. Außerdem wirkte es stellenweise wie purer Fanservice, speziell der Auftritt von Tyralion und Alleria. Das nächste Addon Battle for Azeroth sieht wieder interessant aus, ich bezweifle aber mittlerweile das es mich länger als die ersten ein oder zwei Monate binden kann – wobei das für meine Verhältnisse immer noch sehr viel ist. Auf die Classic Server freue ich mich dagegen nicht so sehr, es wäre zwar interessant weil ich die alte Welt nicht kenne da ich erst mit Cataclysm angefangen habe. Aber ich denke viele die sich darauf freuen sehen das alte WoW durch die rosa Brille und vergessen wie viel sich in all der Zeit verbessert hat. Vieles an was sie sich gerne erinnern hängt vor allem mit den Erlebnissen die man mit anderen Spielern zusammen erlebt hat, das Spiel war da eher zweitrangig. Mal abwarten wie es denn wirklich wird, bisher hat Blizzard außer eine Absichtserklärung nichts dazu bekannt gegeben.

Screenshot: Fire Emblem Heroes (Montage)
Fire Emblem Heroes (Montage)

Fire Emblem Heroes ist wohl das erste Mobile-Game (neben Carcassone, aber das zähle ich mal nicht weil Brettspielumsetzung) das ich über einen längeren Zeitraum gespielt habe. Es wurde recht schnell eintönig und die taktische Tiefe eines echten Fire Emblem erreicht es wegen der kleinen Karten und wenigen Einheiten in den Gefechten nicht. Die Story ist nichts besonderes und eigentlich ist sie nur eine Ausrede damit man möglichst viele Helden aus den älteren Spielen auf einen Haufen werfen kann, für die neuen dürfte sich kaum jemand interessieren. Das Ziel des Spiels dürfte auch nur wenig mehr sein als das sammeln der Helden, mehr steckt im Kern nicht drin. Aber über das Jahr wurde viel neuer Content veröffentlicht, auch wenn das meiste davon nur neue Helden mit jeder Menge Fanservice ist. Für die ein oder andere Runde zwischendurch war es auch okay, genauso wie ein Mobile Game eben sein sollte. So habe ich es immer wieder mal mehr oder weniger intensiv gespielt und werde es wohl auch weiter tun. Das Spiel ist zwar Free to Play mit Microtransaktionen, aber das Modell ist recht fair da man die Premiumwährung Sphären in großen Mengen bekommt sodass es zum reinen spielen locker reichen sollte, nur wenn man einen bestimmten Helden will kann man schnell viel Geld ausgeben da zufällig bestimmt wird welchen man bekommt und ich mir sicher bin dass die Wahrscheinlichkeiten nicht gleich verteilt sind, dass ich ständig Oboro bekomme lässt sich nicht anders erklären. Das dürfte der Grund sein wie es Nintendo eine Menge Geld eingebracht hat. Von mir kam davon so gut wie nichts, ein paar Euro habe ich aber liegen lassen, nicht weil ich es wirklich gebraucht hätte sondern weil ich doch einiges an guter Zeit damit verbracht habe und es mehr als Unterstützung an die Entwickler ansehe.

Screenshot: Dawn of War 3
Dawn of War 3

Mein erstes Highlight das Jahres war Dawn of War 3 und obwohl ich es mochte war es nicht der erhoffte Kracher. Mir ging es hauptsächlich um die Kampagne, welche auch durch die Bank gut war, mich störte aber dass ständig die Perspektive gewechselt wurde. Dass ich bei einem Warhammer-Spiel keine tiefgehende Story bekommen hatte ich erwartet und eigentlich war sie auch nicht so schlecht, aber die Präsentation war einfach nicht das Wahre. Das Missionsdesign passt aber und die Grafik ist durchaus schick, dass es recht kräftige Farben verwendet stört mich nicht weiter, die echten W40k Figuren sind teils auch sehr auffällig bemalt da passt es gut dazu. Der Multiplayer war klar der Fokus der Entwickler, aber so richtig gepackt hat er mich nicht. Nicht weil er schlecht ist, das fand ich gar nicht – er ist durchaus ein solider Multiplayer, aber nur ein Spielmodus und eine Handvoll Maps zum Start war einfach zu wenig, das undurchsichtige System mit den Loadouts hat bestimmt nicht geholfen. Es kam zwar noch mehr nach, aber da war der Zug schon abgefahren, zumal Echtzeitstrategie nicht mehr den besten Stand hat und dass Dawn of War 3 von Fachpresse und Community nicht gerade mit Lob überschüttet wurde hat es nicht besser gemacht. Ich hoffe trotzdem das es weiter geht, angedeutet wurde es am Ende ja. Arbeit geht den Leute von Relic aber auch sonst nicht aus weil sie an einer anderen, recht unbekannten Marke arbeiten…

Screenshot: STRAFE
STRAFE

2016 war ein extrem gutes Jahr für Shooter, 2017 kamen vor allem kleinere Indietitel teils mit Roguelite/-like-Einschlag heraus. Hier gab es für mich die erste richtige Enttäuschung und das war ganz klar STRAFE. Ich hatte einen Ego-Shooter der alten Schule mit Roguelite-Elemente erwartet, bekam aber ein Roguelite aus der Ego-Perspektive mit extrem hohen Schwierigkeitsgrad, aber aus den falschen Gründen. Viel ist vom Zufall abhängig und man muss extrem vorsichtig spielen um keinen Schaden zu fressen da man kaum Möglichkeiten hat sich wieder zu heilen. Das passt so gar nicht zum klassischen Ego-Shooter und mir wurde es schon nach ein paar Stunden zu nervig. Den einfachen Schwierigkeitsgrad, der nach Release per Update kam habe ich gar nicht mehr ausprobiert, so enttäuscht war ich davon. Immerhin funktioniert die Levelgenerierung recht gut, das haben selbst weit größere Titel mit viel offensichtlicheren Blöcken gearbeitet. Besser hat es da der direkte Konkurrent Immortal Redneck gemacht, welcher nur wenige Wochen danach raus kam und ein sehr ähnliches Konzept hatte aber kaum Beachtung fand weil die Werbekampagne quasi nicht vorhanden war. Ich habe es aber bisher kaum gespielt, aber schon der erste Eindruck war deutlich besser, vor allem weil es bei weitem nicht so brutal schwer ist. Außerdem finde ich Antikes Ägypten immer noch super.

Screenshot: Desync
Desync

Bekannter dürfte da Desync sein was zur selben Zeit erschien. Ebenfalls ein brutal schwerer Ego-Shooter, aber ohne Levelgenerierung kämpft man sich von Arena zu Arena durch und muss jede mehrere Male spielen da man das erstmal wahrscheinlich direkt stirbt. Man muss die Spawnpunkte der Gegner auswendig lernen und dann sie in der richtigen Reihenfolge abarbeiten, so fühlt es sich fast wie in Puzzelspiel an. Klassisch, da musste man speziell bei Bossen die Phasen erst lernen, aber in diesem Umfang wirds auf Dauer doch etwas nervig. Vor allem weil es brutal schwer ist, was der Hauptgrund ist warum es erstmal auf den Pile wanderte. Dafür hat es eine sehr cool Optik welche mich ein wenig an 80er Jahre SciFi mit einfachen Polygonen und knalligenFarben erinnert, der CRT-Filter ist dann aber aus meiner Sicht zu viel das Guten weil das Spiel schon so einige hat die sich nicht abschalten lassen und das Bild noch weiter verzerren. Den Soundtrack würde ich dazu sehr empfehlen, der ist wirklich stark und passend zum Cyber-Setting. Zu guter letzt bin ich noch auf ein sehr kleines Spiel namens Intrude gestoßen welches sehr stark an Wolfenstein 3D angelehnt ist was Gameplay und Grafik angeht. Keine Minimap hilft einem in den labyrinthartigen Levels und die Gegner sind zahlreich aber nicht sonderlich abwechslungsreich. Dazu gibt es sehr wenig Munition in den Levels, man muss hier wirklich haushalten. Es gibt einen Leveleditor den ich bisher nicht ausprobiert habe, da das Spiel aber wohl kaum jemand kennt ist der Steam-Workshop dafür recht leer.

Screenshot: Pharaoh
Pharaoh

Deutlich gemütlicher ging es in Northgard zu, einem Aufbaustrategiespiel von Shiro Games (den Machern von Evoland) was mich stark an Cultures erinnert mit seinem Wikinger-Setting. Bisher noch im Early Access macht es aber schon einen gar nicht schlechten Eindruck, wobei ich auch einige Monate nicht mehr gespielt habe und sich inzwischen einiges getan hat, die Entwicklerupdates verfolge ich weiter. Nichts neues kam schon lange mehr von Spielen im Stil der Impressions Städtebauspiele, 2015 gab es mit Lethis – Path of Progress einen spirituellen Nachfolger der auch gar nicht schlecht war. Dank GOG kann ich die Klassiker nach wie vor spielen und da habe ich Pharaoh wieder ausgepackt, wenn auch nur kurzzeitig. Zeus spiele ich mittlerweile wie im Schlaf, so in Fleisch und Blut sind mir die Spielmechaniken übergegangen. Der Vorgänger funktioniert aber an einigen Stellen deutlich anders, vor allem da die Arbeiter nicht beliebig große Distanzen pendeln muss man statt einem großen Wohngebiet viele kleinere nahe an den Produktionsstätten einrichten. Dazu kann man sich nicht bei Angriffen freikaufen sondern muss in jedem Fall eine Armee aufstellen, das hat mich das erste mal kalt erwischt. Wirklich weit habe ich nicht gespielt, da muss ich mich wieder mehr mit beschäftigen weils doch deutlich anders ist.
Auch die Machen von Lethis haben ein neues Spiel mit Lethis – Daring Discoverers und das ist richtig schlecht ausgefallen. Zwar hat es immer noch den selben putzigen Grafikstil und tolle Musik, aber das Gameplay ist ein kompletter Griff ins Klo. Eindeutig für Tablets konzipiert wegen der merkwürdigen Steuerung, eine Art Roguelite mit starkem Fokus auf Erkundung und Entscheidungen in Dialogen mit dumpfen Minispielen als Kampfsystem welche mir extrem schnell auf die Nerven gingen. Es sind nur einfache, dumme Reaktionsspielchen die zu allem Überfluss auch noch brutal schwer sind weil das Spiel kaum Platz für Fehler lässt. Ist Schade weil gerade künstlerisch hat mir das Spiel sehr gut gefallen (auch wenn ich nicht weit kam), es bringt aber nichts wenn das Gameplay nichts taugt.
Bevor es wieder actionlastiger wurde habe ich etwas ungeplant Pokemon Mond gespielt. Ich hab etwas unvorsichtig in einer Wiki gelesen und gleich den größten Spoiler abbekommen, da musste ich es spielen weil mit dem Wissen weitergehen ohne alles komplett zu erfahren treibt mich in den Wahnsinn. Und es war deutlich besser als erwartet, Pokemon Spiele haben ja (zu einem gewissen Grad zurecht) den Ruf immer mehr oder weniger das selbe Spiel zu sein, hier gab es viele Neuerung: VM-Sklaven werden nicht mehr benötigt da es keine VMs mehr gibt, ebenso wie Orden und Arenen, dafür geht man auf tropischen Eilanden auf Inselwanderschaft und besteht Prüfungen. Okay, so wirklich anders ist es dann doch nicht, aber einige der Verbesserungen waren schon lange überfällig und Nintendo gehört nicht unbedingt zu den Firmen die ihre Spiele schnell mit Neuerungen ausstatten. Mir hats gefallen, der direkte Nachfolger liegt auch da aber muss erstmal warten, ist ja nur die verbesserte Version davon.

LawBreakers und Quake Champions kamen beide im Sommer heraus und sprechen mich als Fan von klassischen Arena Shootern an und ihr Erfolg dieses Jahr könnte nur wenig unterschiedlicher sein. Ich hätte ich nicht gedacht dass jemand Battleborn beim Absturz der Spielerzahlen noch unterbieten kann, aber LawBreakers hat es geschafft. Ein teambasierter Multiplayer-Shooter mit gerademal zweistelligen Spielerzahlen ist eine Katastrophe. Dabei war es wirklich kein schlechtes Spiel, gerade das schnelle, flüssige Gameplay hat mir viel Spaß gemacht, auch wenn die Balance der Waffen auch in fertigen Version etwas wackelig war. Ich denke vor allem hat es sich schlecht präsentiert, dass der Art-Style ziemlich generisch war hat da sicher nicht geholfen. Aber vor allem da das Spiel sehr schwer zu erlernen ist und einem grundlegenden Spielmechaniken nur sehr dürftig erklärt dürfte ihm das Genick gebrochen haben. Als High-Skill-Ceiling Shooter visiert man schonmal eine kleine Zielgruppe an, mit einer unbekannten Marke hilft auch der Name Cliff Bleszinski nicht weiter (mal abgesehen das Namen von Entwicklern nichts mehr ziehen). Wirklich schade, vor allem weil sie das Spiel weiter supporten und kleine Events veranstalten, zumindest auf dem PC dürfte das aber kaum noch jemanden interessieren, von der PS4 Version kenne ich keine Zahlen.

Screenshot: Quake Champions
Quake Champions

Ein gutes Stück besser lief es da für Quake Champions. Zum einen ist es ein bekannter Name und einer kleinen, aber etablierten Fanbase und Spielern und hat sich vor allem wesentlich besser in Szene gesetzt. Das mit einer Million Doller dotiert Turnier auf der QuakeCon hat bestimmt nicht geschadet. Auch gibt es weiter kleinere Turniere, und das obwohl das Spiel offiziell noch im Early Access ist. Es wurden von zahlreichen Problemen geplagt, angefangen am Netcode und Bugs mit den Hitboxen und Waffen und völlig überstarken Champions hat es sich mittlerweile zu einem richtig guten Spiel gemausert. Mit um die um die 500 regelmäßigen Spielern ist es jetzt auch kein großer Hit, da hoffe ich noch auf mehr – offiziell ist es ja noch im Early Access. Wobei ich beim geplanten Zahlungsmodell skeptisch bin, es scheint mir umständlich, für eine Heldenrotation dürften sie aber zu wenige im Angebot haben. Ein Problem für mich ist dass das Matchmaking (wenn es überhaupt schon eines gibt, da bin ich mir nicht sicher) nicht richtig funktioniert, ich werde entweder mit deutlich besseren Spielern zusammen geworfen die mich total zerstören und dann wieder welche mit denen ich den Boden aufwische. So macht es keinem richtig Spaß, zumal außer Team Deathmatch und Duel scheinbar nichts gespielt wird auch die Abwechslung noch ein wenig fehlt, da hoffe ich dass 2018 noch einiges kommt.

Screenshot: StarCraft Remastered
StarCraft Remastered

Gerüchte gab es schon lange, aber im August 2017 wurden sie war: StarCraft bekam ein Remaster. Naja nicht richtig, es wurde nur die Grafik aufgehübscht und der privater Piratenserver Fish wurde zum offizieller Realm erhoben sowie Matchmaking für den Multiplayer hinzugefügt. Mir war das alles viel zu wenig, da wäre einiges mehr drin gewesen wenn man die KI, den Wegfindung und die allgemeine Bedienung auf ein modernes Niveau angehoben hätte. Hier hat aber Blizzard vor dem puristischen Teil seiner Community einen Kniefall vollzogen und nichts angerührt, da jede Änderungen von ihr als Sakrileg ausgelegt werden würde. Für Neueinsteiger ist das natürlich nichts, sie erwartet zwar eines der besten Echtzeitstrategiespiele aller Zeiten, aber auch ein sehr sperriges nach heutigen Maßstäben. Wer es nicht kennt sollte erstmal zur mittlerweile kostenlosen StarCraft Anthology greifen und sich guter überlegen ob die 15€ eine gute Investition sind.

Screenshot: StarCraft 2 Coop
StarCraft 2 Coop

Besser gefällt mir da StarCraft 2, welches zwar gegen die Schwemme an MOBAs mittlerweile deutlich aus dem Rampenlicht des E-Sports verschwunden ist, aber eine kleine aber feine Community hält. Vor allem wegen des mit Legacy of the Void eingeführten Coop-Modus der sich ungebrochener Beliebtheit erfreut und mit viel Content Nachschub versorgt wurde, was er auch nötig hatte so wenig wie da zu Release verfügbar war. Die erste WarChest (und für Oktober angedachte und kurzfristig abgesagt Release von Age of Empires Definitve Edition) haben mich dazu gebracht wieder rein zu schauen, meine favorisierten Kommandanten (u.a. den damaligen Neuzugang Dehaka) auf das Maximallevel zu bringen. Gut, geändert hat sich nicht so viel, aber es ist ein weiterhin spaßiger Spielmodus. Nur wenn die WarChests in diesem Tempo weiter machen komme ich damit wahrscheinlich kaum nach…

Screenshot: Beyond Two Souls
Beyond Two Souls

Im Sommer sitze ich hauptsächlich aus Temperaturgründen mehr vor stationären Konsolen, nach der WiiU im Winter habe ich mich mehr mit meiner PS4 beschäftigt. Zuerst mit Beyond Two Souls, einem (ich nenne es mal so) Cinematic Adventure von David Cage. Seine Spiele sind eher interaktive Filme und deshalb für mich eigentlich nicht so interessant. Aber ich konnte es ausprobieren und da es nicht sonderlich lang ist auch durchspielen. Ich fands ein gutes Spiel, vor allem die Grafik ist beeindruckend detailliert, was vor allem für die Hauptcharaktere gilt. Die Story an sich geht in Ordnung und die etwas merkwürdige Inszenierung mit den verdrehten Zeitabschnitten hat auch ihren Sinn, der sich aber erst nach eine Weile voll entfaltet. Die Quicktime-Events waren für mich auf einem tolerierbaren Niveau.

Screenshot: Persona 5
Persona 5

Deutlich mehr Zeit hat Persona 5 eingenommen, alleine schon weil es eine so lange Spielzeit hat. Über 100 Stunden habe ich im virtuellen Tokio verbracht bis der Abspann über meinen Bildschirm flimmerte. Auf dem Weg gab es Höhen und Tiefen, wobei die Höhen bei mir überwogen. Zwar fiel der Lebenssimulationsteil nicht ganz so gut aus wie ich es mir vorgestellt hatte, vor allem weil da man wenn man den Dreh raus hat nur noch einen Optionen abarbeitet. Mehr als wett gemacht wurde es von der tollen Story, den fantastisch geschriebenen Charakteren und nicht zu letzt der unverwechselbare Style des Spiel in welchem sogar die Ladebildschirme und Menüs nicht nur Beiwerk sondern integraler Bestandteil sind. Die fantastische Musik steht dem in nichts nach. Das Erkunden der Dungeons und die kurzweiligen Kämpfe wurden mir erst gegen Ende, als es etwas zäh wurde doch etwas langweilig, man bekommt eine gewissen Routine, aber durch neue Elemente und den ansonsten stetig ansteigenden Schwierigkeitsgrad wird man immer wieder neu gefordert.

Screenshot: Wolfenstein 2 The New Colossus
Wolfenstein 2 The New Colossus

Da mich Persona 5 doch deutlich länger beschäftigt hat als gedacht bleibt ansonsten nicht viel Zeit für anderes übrig, ganz oben auf meiner Liste stand aber Wolfenstein 2 The New Colossus. Das entpuppte sich aber als zweischneidiges Schwert: im Kern bietet es die  klassische Shooter Action wie ich sie mag, es ist aber teils frustrierend schwer weil BJ so wenig aushält und auch mal in Sekunden am Boden liegt. Die tollen Charaktere aus dem Vorgänger sind zurück (egal ob Kameraden oder Bösewichte) und durch Flashbacks wird BJ als Charakter deutlich besser gezeichnet, die Neuen in der Truppen bekommen aber zu wenig Aufmerksamkeit um auf das gleiche Niveau zu kommen. Am Ende für mich ein gutes Spiel, aber den Vorgänger fand ich klar besser. Die DLCs habe ich mir noch nicht angesehen, das werde ich machen sobald alle draußen sind was wohl im März 2018 sein wird.

Screenshot: SpellForce 3
SpellForce 3

Den Abschluss sollte eigentlich SpellForce 3 machen was ich auch habe und meinem Ersteindruck nach auch an sich kein schlechtes Spiel ist, es ist aber sehr verbugged. Gerade das Questsystem macht den Eindruck dass hier zu wenig getestet wurde, die Probleme kommen mir aus meiner Arbeit als Softwareentwickler nur all zu bekannt vor. Stattdessen habe ich Mario+Rabbids Kingdom Battle vorgezogen, eine mehr als ungewöhliche Kombination: das familienfreundliche Mario-Franchise von Nintendo gepaart mit den verrückten Rabbids von Ubisoft (für nicht Eingeweihte: im Prinzip wie die Minions auf Crack) und das ganze als rundenbasiertes Taktikspiel im Stil von XCOM. Sowas hätte wahrscheinlich niemand vorhersehen können und noch viel weniger wie gut es funktioniert. Ich bin lange noch nicht durch damit, aber es macht richtig Spaß, auch wenn es deutlich einfacher gestrickt zu sein schein als die spielerischen Vorbilder. Und man ist deutlich mobiler, hab eich mich anderen Spielen der Gattung eher langsam vorgetastet um Schaden zu vermeiden bringt das hier nichts weil alle Helden sich in einem Zug auch mal ans andere Ende der Karte bewegen können.

Game of the Year

Mein Spiel des Jahres war eine richtig schwere Wahl, einfach weil mich kein Spiel das ich gespielt habe vollends überzeugt hat, jedes hatte irgendwo seine mehr oder weniger großen Macken. In die Endauswahl hätte ich Tokyo Mirage Sessions #FE für die WiiU, Dawn of War 3 auf PC, Persona 5 auf PS4 und Wolfenstein 2 The New Colossus auf PC genommen und von diesen Titeln hat mich Persona 5 am meisten überzeugt. Die tolle Story und Charaktere, der unverwechselbare und an jeder Stelle präsente Style macht die auf dauer eher eintönige Lebenssimulation und teilweise auftretenden Längen und frustrierenden Momente wieder wett.

Das Jahr der Lootbox

Ein Thema an dem 2017 so gut wie niemand vorbei kam waren Lootboxen, so verbreitet sind sie mittlerweile vor allem in großen Titeln. Dass es nicht nur bei den rein kosmetischen Items die man aus den Kisten in Overwatch oder Quake Champions bleiben wird war abzusehen, dafür lief das Ganze zu gut. Um noch mehr Anreize zu schaffen war es nur eine Frage der Zeit bis man spielrelevante Inhalte darin finden konnte. Der erste größere Aufreger war das mittlerweile fast vergessene Shadow of War mit einem angetackerten Spielmodus der wohl nur dafür da ist um Lootboxen zu verkaufen in welchen Orks stecken die man ansonsten rekrutieren muss und dazu noch zufällig streben können. Ein super Anfang und aber wurde schnell von wem wenn nicht EA in den Schatten gestellt: Star Wars Battlefront 2 mit seinen an Lootboxen gebundenen Progressionssystem dürfte die aktuelle Spitze sein, nicht im positiven Sinne. Zwar kann man zur Zeit keine gegen Echtgeld kaufen (wenn man von der Premium Edition einmal absieht die gleich einige mitbringt), aber ich rechne fest damit dass es später wieder eingeführt wird. Mich stören so Progressionsysteme schon an sich, zum einen weil sie sehr künstlich wirken und nur dafür da sind auf die billigste Art und Weiße dem Spieler das Gefühl zu geben Fortschritte zu machen (nämlich über einen simplen Zahlenwert, manchmal noch über einen Balken visualisiert). Zum anderen weil sie jemanden der später in ein Spiel einsteigt einen signifikanten Nachteil bescheren, in einem Spiel ohne gibt es klar erfahrene Spieler und Neulinge, aber alle verfügen über die gleichen Werkzeuge, keiner ist nur wegen eines Spielsystems per Definition um Vorteil. Dass man die Verbesserungen aber auch noch zufällig bekommt schlägt dem Fass den Boden aus – in einem Rollenspiel kann ich auch auf bestimmte Fähigkeiten oder Gegenstände hinarbeiten, auf das Lootboxglück angewiesen zu sein schmeckt mir aber gar nicht. Und als wäre es noch nicht genug dürfte jemand, der einen Haufen Geld reinsteckt einen großen Vorteil gegenüber Spielern haben die das nicht tun.
Solange das ganze nur kosmetisch war hat es mich nicht weiter gejuckt, man hat ja keinen spielerischen Vorteil davon. Klar gibt es coole Skins die ich auch gerne hätte, aber darüber habe ich mich nur kurzzeitig geärgert und in Vollpreisspielen nie Geld ausgegeben. Für Free-2-Play Spiele halte ich es für ein legitimes Zahlungsmodell, irgendwie müssen die Kosten für die Entwicklung ja auch wieder rein kommen. Für ein Spiel für das man aber bereits 60€ oder mehr hingelegt hat sollte das aber nicht nötig sein. Auch andere große Spiele haben Microtransactions, Ubisoft verkauft schon länger in Assassin’s Creed Spielen „Zeitersparnisse“, wobei mir nicht bekannt wäre dass wie wirklich nötig wären, da scheinen sie noch nicht das Spiel so gestreckt zu haben dass der Kauf notwendig wird um einen unmenschlichen Grind zu vermeiden – warum sie trotzdem drin ist ist mir schleierhaft, aber wenn es nicht funktionieren würde würden sie es wohl nicht machen. Sich spielerische Vorteile gerade in kompetitiven Multiplayerspielen kaufen zu können hat aber in keinem Spiel etwas verloren, sie zufällig zu Verteilen mit einer Mechanik die stark an Glücksspiel erinnert und ähnliche Methoden nutzt macht das keine nur noch verwerflicher weil hier der Spieler aktiv manipuliert wird. Da man bereits viel darüber weiß funktioniert das Ganze auch sehr gut.
Immerhin: einige Staaten sehen sich das ganze genauer an und ich denke das ist auch gut so, das Ganze ist schon sehr weit getrieben worden das wird nur noch schlimmer wenn niemand eingreift.

Ausblick 2018

Mal wieder hab ich recht wenig Ahnung was 2018 raus kommt, deshalb wirds hier wohl recht kurz. Ich lasse da vieles auf mich zu kommen, einiges dürfte bisher auch nicht bekannt sein. Wie 2017 dürfte die E3 der Ort für die großen Ankündigungen sein und auf der  GamesCom wird man anspielen können was im Jahr noch erscheinen wird.

Screenshot: Mario+Rabbids: Kingdom Battle
Mario+Rabbids: Kingdom Battle

Als erstes natürlich Age of Empires: Definitve Edition. Da hatte ich mich richtig drauf gefreut und es hätte auch zu einer guten Zeit kommen sollen, Mitte Oktober war ich in Stimmung für Strategiespiele. Dann hat Microsoft es sehr kurzfristig recht weit verschoben, auf Anfang 2018. Gefreut hätte ich mich auf das Duell der Remaster mit StarCraft: Remastered, Blizzard hat aus meiner Sicht nicht besonders stark vorgelegt. Meine ersten Eindrück von der GamesCom zu Age of Empires Definitive Edition waren eigentlich Positiv, aber eine öffentliche Messedemo muss auch sehr gut funktionieren. Ich habe als ehemaliger Vorbesteller (paar Tage vor Release und nur zwei oder drei bevor es verschoben wurde) habe ich Zugang zur geschlossenen Beta, aber wegen der sehr restriktiven NDA ist auch noch nichts nach Außen gedrungen. Grundsätzlich gilt aber aus meiner Erfahrung wenn ein Spiel um mehrere Monate verschoben wurde gab es wahrscheinlich einen großen Haufen Probleme und da sie wahrscheinlich keinen weiteren schlechten Launch wie bei Age of Empires 2 HD und Age of Mythology Extended Edition riskieren.
Im Frühjahr gibt es einen weiteren Titel der interessant aussieht, und das ist Ni no Kuni II: Revenant Kingdom. JRPGs habe ich 2017 ja mehrere gespielt und der erste Teil hätte mich eigentlich auch interessiert, aber der kam nur für die PS3 raus welche ich nicht habe. Jetzt noch eine wegen einem Spiel zu kaufen kaufen halte ich für Unsinn, ich hatte gehofft dass es evtl. ein Remake für PS4 oder PC gibt, die Plattformen für die der zweiten Teil rauskommt. Oder im Notfall per Playstation Now (und dann per RemotePlay zum PC ;). Neben der Anime-Optik und den klassischen JRPG Tugenden interessiert mich vor allem wie die Strategieelemente funktionieren.
Ein paar kleinere Titel die ich auf dem Radar habe sind Wargroove (sieht nach einem Mix aus Advance Wars und Fire Emblem aus), Witchfire (von The Astronauts welche das für mich uninteressante Vanishing of Evan Carter gemacht haben, aber auch viele ehemalige Entwickler von PainKiller und Bulletstorm dran und ihr neues Spiel sieht eher danach aus) und Iron Harvest (Echtzeistrategie im Stil von Company of Heroes mit alternativen Zeitlinie des ersten Weltkriegs mit Steampunkeinschlag von King Art). Ein größerer Titel ist Anthem, was für mich wie das bessere Destiny aussieht und auf mich bisher eigentlich einen guten Eindruck gemacht. Aber nach allem was sich EA dieses Jahr in Hinblick auf Games-as-a-Service, Lootboxen-getriebene Progression und Microtransaktionen geleistet hat bin ich skeptisch geworden. Ich behalte es im Auge, bin aber vorsichtig geworden.

Und darüber hinaus (oder auch nicht)

Evtl nicht mehr 2018 sondern weit in der Zukunft oder nur ungefähr stehen weitere Titel an die ich im Auge behalte.

Screenshot: RTS is back: Age of Empires Definitive Edition, Dawn of War Necrons, Age of Empires 4 (Montage)
RTS is back: Age of Empires Definitive Edition, Dawn of War Necrons, Age of Empires 4 (Montage)

Für mich ganz oben steht natürlich Age of Empires 4. Man weiß zwar genau gar nichts darüber außer das es kommen wird und Relic als Entwickler angeheuert wurde. Erstmal ist es schonmal super dass es überhaupt kommt, ich hatte schon fast die Hoffnung verloren. Relic halte ich auch für alles andere als eine schlechte Wahl, auch wenn es nur wenige Alternativen gab, große Studios die noch Echtzeitstrategiespiele machen gibt es kaum noch. Blizzard wird da nichts machen, die sind ja direkte Konkurrenz und mit StarCraft 2 beschäftigt. Robot Entertainment die Age of Empires Online gemacht haben und bei denen viele Veteranen von Ensemble Studios arbeiten sind mit Orcs Must Die! und Ablegern beschäftigt. Creative Assembly hätte ich noch im Verdacht gehabt, weil sie an Halo Wars 2 mitgearbeitet haben, wobei ihre anderen Spiele aus der Total-War-Reihe doch ganz andere Spiele sind. Relic hat viel Erfahrung mit RTS, auch wenn ihre Spiele wie Dawn of War oder Company of Heroes nicht so sehr auf Forschung und Ressourcensammeln ausgelegt sondern eher auf schnelle Gefechte. Ich hoffe mal sie wissen was ein Age of Empires ausmacht und setzten dass dann um, das Zeug dazu hätten sie aus meiner Sicht.
Bei der Epoche war man erste Gedanke das Mittelalter, einfach weil es das Setting des beliebtesten Teils ist, das dürfte eine relativ sicher Bank sein und recht wenig Konkurrenz bedeutend, für mich wäre es deshalb die naheliegendste Wahl. Dagegen spricht die angekündigte Definitive Edition von Age of Empires 2 (und 3) und der Teaser Trailer der ein „neues Zeitalter“ andeutet, die Formulierung kann aber auch alles und gar nichts bedeuten – oder einfach nur ein neues Age of Empires. Als wahrscheinliche Alternative würde ich auf die Ära rund um Napoleon tippen, zum einen weil es der nächste logische Schritt in der Reihe wäre (und das Bindeglied zu den Weltkriegen), zum anderen weil es auf beiden Seiten des Atlantiks ungefähr gleich bekannt und beliebt sein dürfte, im Gegensatz zum amerikanischen Unabhängigskeits- und Bürgerkrieg über die hier in Europa kaum jemand Bescheid weiß – Napoleon ist vom Namen her zumindest bekannt. Ich persönlich würde ja die Antike bevorzugen, aber das ist wohl nicht populär genug und außerdem würde es sich arg mit der Definitive Edition des ersten Teils überschneiden.
Relic könnte auch noch an etwas anderem arbeiten: Zwar nicht offiziell angekündigt aber zumindest angeteasert wurde eine Erweiterung oder Nachfolger zu Dawn of War 3 in welchem die Necrons eine wichtige Rolle spielen. Mehr weiß zwar niemand, aber ich würde es sofort nehmen, auch wenn der letzte Serienteil nicht perfekt war. Die Chance dürfte aber nicht die besten sein, auch ob Relic zwei so große Projekte stemmen kann ist etwas fraglich, sie sind nicht gerade das größte Studio. Ein Addon halte ich dafür wahrscheinlicher.

Eines steht für mich fest: RTS is back! Zwar nicht als das einst dominante Genre, aber so viele Hochkaräter im Anmarsch gab es schon lange nicht mehr.

Etwas überraschend früh wurde zur GamesCom ein neuer Anno Teil angekündigt: Anno 1800 spielt während der Industriellen Revolution, eine Epoche über die ich nur recht wenig weiß und auch nicht so mein Steckenpferd ist. Ich hatte jetzt auch kein Problem mit den futuristischen Teilen (wobei Anno 2205 noch ungespielt rumliegt), aber das Flair und den Charm eines Anno 1404 haben sie für mich nicht erreicht, von dem her könnte es wieder mehr dahin zurück gehen. Entwicklung mit der Community ist immer etwas knifflig, wer am lautesten Schreit weiß nicht unbedingt was das beste für ein Spiel ist – hier gilt es gut zu differenzieren. Das soll erst Ende 2018 erscheinen, ist also noch einiges an Zeit dafür.
Ob Serious Sam 4 und Borderlands 3 2018 auf den Markt kommen denke ich nicht, mit mehr Infos und ausführlichen Präsentationen rechne ich zwar zur E3 aber den Release schätze ich erst für 2019 oder noch später.

Shame – Shame – Shame

Screenshot: NieR:Automata
NieR:Automata

Zu guter letzt ist mein Pile Mountainridge of Shame nicht kleiner geworden. Namhafte Neuzugänge aus 2017 sind NieR:Automata, von dem ich zumindest die Demo auf der PS4 und sogar die Vollversion auf PC ein wenig angespielt habe. Interessantes Konzept, aber halt sehr konsolige Steuerung. Ein eher kleinerer Titel ist Pyre, das neue Spiel der Macher von Bastion und Transistor. Wie beim letzten Spiel von Super Giant Games ist es eher ungewöhnlich und braucht etwas Einarbeitung, das will ich noch nachholen. Noch gar nicht gespielt hab ich Titel wie Hob, Battlechasers Nightwar und Cuphead, die ersten beiden wegen mangelnder Zeit und letzteres weil ich weiß das es verdammt schwer ist und ich solche Spiele nur spielen kann wenn ich nicht anderweitig gestresst bin, meistens will ich beim Spielen entspannen und das kann ich da nicht (und bei kompetitiven Spielen auch nicht) weshalb ich es verschoben habe bis ich in der richtigen Stimmung dafür bin. Destiny 2 habe ich zwar, aber nur weil es bei meiner neuen Grafikkarte dabei war, wirklich interessiert hat es mich eigentlich nicht. Die Beta habe ich gespielt, fand sie aber höchst unspannend, mal sehen was ich damit noch mache.
Immerhin ein paar konnte ich mich bisher erfolgreich verweigern, ob zum guten oder schlechten sei mal dahin gestellt. Prominent sind da Mass Effect Andromeda und Assassin’s Creed Origins zu nennen. Beide haben mich eigentlich interessiert, Andromeda wegen dem quasi Neustart der Serie und dem geänderten Fokus auf das Entdecken und Erkunden einer neuen Galaxie, das klingt ein wenig wie die alten Star-Trek-Serien mit denen ich aufgewachsen bin. Bei Assassin’s Creed wars natürlich das Setting, mein Faible für das antike Ägypten war nie ganz weg, auch wenn es die letzten Jahre eher wenig Futter gekommen hat. Dazu das Kampfsystem welches deutlich aktiver daher kommt und sich weniger von selbst spielt. Für beide gilt: erst kommt mein Top-Titel vom Pile of Shame dran, dann hole ich sie mir.
Nach wie vor ganz oben steht The Witcher 3, da will ich aber endlich mal richtig mit anfangen, ergo über den Prolog hinaus spielen. Andere Titel recht weit oben sind Talos Principle, Civilization 5 und Grim Dawn. Das gibt es auch genug Spiele die ich nochmal spielen wollte wie WarCraft 3, die Age of Empires Serie oder Titan Quest inkl. des frisch erschienen Addons. Dauerkandidaten sind auch die Free2Play Spiele Warframe und Path of Exile, welche beide dieses Jahr großer Addons bekommen haben und eigentlich sehr interessant aussehen, aber irgendwie kam immer etwas was ich noch interessanter fand. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt…

Screenshot: The Legend of Zelda Breath of the Wild
The Legend of Zelda Breath of the Wild

Auch auf Konsolen wirds nicht langweilig, u.a. für den 3Ds stehen mit Fire Emblem Fates+Echoes, Shin Megami Tensei 4+Apocalypse und Dragon Quest 7+8 einigen echte Schwergewichte weit oben. Auf der WiiU stehen Titel wie Bayonetta 1+2 und Hyrule Warriors im Schrank, von älteren Titeln für Wii und GameCube ganz zu schweigen. Meine Switch habe ich bisher nicht so ausgiebig genutzt wie ich gerne hätte, obwohl es neben den Remakes von Mario Kart 8 und dem obligatorischen Shovel Knight (das habe ich mittlerweile für mehrere Plattformen und könnte noch weiter aufstocken) auch einige sehr interessante und neuartige Titel wie Arms oder SnipperClipps gibt. Ich bin auch, trotz aller Skepsis, bei The Legend of Zelda – Breath of the Wild schwach geworden als ich es recht günstig erstehen konnte. Die Kombination aus Open World und Konsolensteuerung müsste mir eigentlich sehr sauer aufstoßen, ich will es trotzdem versuchen. Das selbe gilt für Super Mario Odyssey, was ich aber bisher zumindest nicht gekauft habe.

Screenshot: Resogun
Resogun

Für die PlayStation habe ich einige Schwergewichte im Auge, u.a. Horizon Zero Dawn und die mittlerweile schon mehreren Spiele der Yakuza-Serie, die will ich aber erst antesten bevor ich sie kaufe. Daneben habe ich noch ein paar kleinere Titel wie The Unfinished Swan, Resogun oder Tearaway Unfolded gekauft und liegen bereit. Ich habe mir dieses Jahr auch eine Vita zugelegt, hauptsächlich weil ich sie recht günstig erstehen konnte und ich nicht warten wollte bis die Preise für die proprietären und eh schon sündhaft teuren Speicherkarten vollends durch die Decke gehen. Dort warten weitere Schwergewichte wie Persona 4 The Golden, Disgaea 3+4 (den fünften Teil habe ich auf der Switch) oder Steins;Gate darauf von mir richtig angefangen zu werden.
tl;dr: Spiele sollte mir auf Jahrzehnte eigentlich nicht ausgehen und gleichzeitig erscheint so viel neues. Wenn das kein Erste-Welt-Problem ist weiß ich auch nicht mehr…

Fazit

2017 war eigentlich ein richtig gutes Jahr für Spiele, einige gingen aber an mir vorbei oder es war schlicht zu wenig Zeit für alles – oder beides. Bei so vielen interessanten Titel kann man gar nicht anders als einige aus zu lassen oder zu planen, wann man welche Spielt. Wenn dann noch so ein Brocken wie Persona 5 auftaucht der einen über mehrere Monate beschäftigt muss natürlich vieles zurück stehen. Und dann gibts noch die vielen Klassiker die ich nicht gespielt habe oder nochmal spielen will, es hört einfach nicht auf.